Bitte beachtet mein Copyright! Aufstieg des Turmes von St.Benediktii Nur ein Katzensprung, vom Markt, ist es bis zur Marktkirche St. Benediktii. Das Gebäude wurde erstmals 1233 urkundlich erwähnt! Sie ist aber wesentlich älter und zeigt noch romanische Reste.
Im Inneren gibts einiges zu sehen. Kunstliebhaber und Kenner werden feststellen, das mehrere Stilepochen hier zu finden sind. Gotik, Spätgotik, Renaissance, Spätrenaissance, Barock, Klassizismus, Spätromantik um nur einige zu nennen.
Die Kirche verfügt über einen umfangreichen Schatz bemerkenswerter Kunstwerke.
Das alte Uhrwerk wurde 1712 von dem Quedlinburg Uhrmacher Christian Bodam hergestellt. Das Werk ist seit Mitte des 20.JH defekt, so dass eine Zeitansage über Jahrzehnte nicht möglich war. Seither wird die Uhr elektronisch betrieben.
Die alte Taufglocke ist die einzig erhaltene schwingende Glocke eines Geläutes, das bis zu Beginn des 1. Weltkrieges fünf Glocken umfasste. Sie hat einen Durchmaesser von 1.34m und trägt die Umschrift: "AVE MARIA GRATIA PLENA DOMINUS".
Wie der einstige Türmer hat man hier einen einmaligen Ausblick auf die gesamte Stadt.
Im Jahre 1901 fiel der nördliche Turmhelm den Flammen zum Opfer. Die Glockenstube konnte gerettet werden. Auslöser war eine Ziege. Das klingt lustig, denn wie sollte ein solches Tier einen Brand verursachen. War aber so, denn der letzte Türmer nutze einen Teil der Wohnfläche um dort lebende Tiere zu halten. Besagte Ziege stieß eine brennende Peroleumlampe um. Nach dem Wiederaufbau verzichtete die Stadt auf das Recht, die Fläche als Türmerwohnung weiter zu vergeben.
Nach der Feuerverordnung von 1541 sollen bei aufkommendem Feuer "in allen Pfarren zugleich die Glocken geschlagen" oder, wie es auch hieß, "Sturm" geschlagen werden und es sollte dazu am Tage von den Kirchtürmen Benedikti und Nicolai "ein rot Fähnlein, in der Nacht eine Leuchte mit brennenden Lichten gegen das Feuer aushängen". Auf dem Benediktikirchturme hat es bis zum Jahre 1901, wo der Turm abbrandte, einen Feuerwächter gegeben. Es hat sich aus den Ratsakten noch ein Dienstvertrag aus dem Jahr 1498 erhalten, den der Rat mit dem Türmer auf St.Benedikti abgeschlossen hat. In ihm wird bestimmt, dass der Hausmann (amtliche Bezeichnung) von Ostern bis Galli(16.Oktober) "den Tag von dem Morgen bis den Abend nicht gehn soll von dem Turm außer Sonntags die Mittagsstunde und von Galli bis Ostern nicht denn allein die Mittagsstunde von 11-12". Daraus entwickelten sie sich, da sie, ohne die Nachbarschaft zu stören, bequem auf den Türmen üben konnten, häufig zu Spielleuten. Als solche erhielten sie von den Städten später die Berechtigung, die Hochzeiten in der Stadt und auf dem Lande zu "bespielen". Diese musikkundigen Haus-oder Spielmänner hießen später auch Stadt- und Kunstpfeiffer.
Die Marktkirche St. Benediktii beherbergt im übrigen eine sehr interessante Dauerausstellung.
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