Stadtschatten



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Vom Hospitalkomplex zur Brache

 

    

Der rote zweistöckige Backsteinbau an der Ecke Reichenstrasse/Kleersstrasse

wurde als Hospitalgebäude errichtet. Schauen wir genau hin, können wir feststellen,

dass dieser Baukomplex aus drei zusammenhängenden Gebäudeteilen besteht.

Es sind die Hospitäler St. Annen-Zweigstift, Martinsstift(Martinshof) und Totenkopf.

Das St. Annen-Gebäude wurde damals gebaut um für 17 hilfsbedürftige Personen Wohnraum zu schaffen,

welche hier unentgeltlich untergebracht wurden. Der Eingang für das Gebäude befindet sich

in der Reichenstrasse, wo sich über dem Eingang ein schönes Stadtwappen befindet,

die Jahreszahl 1868 der Erbauung und der Name „St. Annen Stift“.

In diesem Stift waren im Jahre 1887 laut Adressbuch, die Bewohner nur Witwen.

Der anschließende Gebäudeteil ist das Martinsstift, welches aus einer wohltätigen Stiftung 1730

vom Bürgermeister Martin Bethge (1715-1738 Bürgermeister der Neustadt) hervorgegangen war.

Das Gebäude wurde 1868 mit seinen schönen Dachgiebeln, die herausstechen, erbaut.

Es war als Asyl für arme und hilfsbedürftige Personen beiderlei Geschlechter bestimmt.

Das ursprüngliche Gebäude in der Reichenstrasse ist wegen baulicher Mängel und ungenügenden Räumen

im Jahr 1867 verkauft. Aus den Erlös konnte ein Teil der Summe für den Neubau abgedeckt werden.

Dieses Hospital besass zu damaliger Zeit 13ha landwirtschaftliche Fläche.

Der dritte Gebäudeteil ist das Hospital zum Totenkopf. Erbaut wurde dieses Hospital im Jahre 1998.

Das ehemalige Hospital stand früher im Weingarten.

Heute befindet sich dort im Weingarten das Grundstück von der Familie Lindenbein.

Der Hofrat Windreuter und seine Gattin kauften 1675 ein Haus für Bedürftige weibliche Personen,

welche später durch den Stadtrichter und Consistorialrat Krüger neu gebaut wurde.

Heute finden wir noch zwei große Steine mit Steinmetzarbeiten

in der Weststrasse am ehemaligen Eingang zum Marktfriedhof.

Bevor aber die Hospitäler am Kleers gebaut werden konnten,

musste der Stadtgraben(dritter Fischteich) zugeschüttet werden.

Dieser Graben reichte von der damaligen Zimmerei Bremert bis

zum ehemaligen Kettenbeilturm der Stadtbefestigung,

wo heute noch die Reste im Gartencenter zu sehen sind. Dieser Teil des Geländes hatte

auch die Bezeichnung „Kolckgrube“ und wurde im 15. und 16. Jahrhundert des öfteren erwähnt.

 

Das Buch " Was Sie von Quedlinburg und Umgebung vielleicht noch nicht wussten"

von Hasso Storbeck kann man sich in der Stdtbibliothek leihen und hier kaufen:

 

Kreisbibliothek Quedlinburg 

vom "Nachtwächter":

Reichenstrasse - Zahlen und Fakten


  Fotodokumentationen

 

  

Quedlinburg, den 06. April 2009

 

 

 

 

 

 



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