Bitte beachtet mein Copyright! Verfall in der Hohen Strasse Die Hohe Straße befindet sich im Westteil der Altstadt Quedlinburgs und gehört zu den frühen Siedlungsgebieten der Stadt. Im Mittelalter bildete der Straßenzug die westliche Begrenzung des Blasiiviertels, das sich zwischen Hoher Straße und Markt erstreckte.
Seit 1590 ist das Grundstück als Brauhof nachweisbar. Im Jahre 1693 gelangte es in den Besitz des Müllers Andreas Lippe. Dieser ließ um 1696 das Vorderhaus neu errichten. Gleichzeitig erwarb er die Erlaubnis zur Herstellung von Branntwein. Bis zur Mitte des 20. Jh. wurde der Brauhof als Brennerei genutzt.
Im südlichen Bereich des Unterstocks befindet sich die große, außermittig angelegte Tordurchfahrt mit profiliertem rundbogigen Abschluss. Das mehrflügelige Tor stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und ist zur Straße mit einem Lorbeerkranz geschmückt, dem die Initialen des damaligen Besitzers Carl Schuhardt eingeschrieben sind.
Der Bau präsentiert sich als stattlicher dreistöckiger Wohnbau vom Ende des 17. Jahrhunderts. Auf der Stockschwelle findet sich eine Inschrift, die auch die Entstehungszeit des Bauwerks bezeugt: „AR GR ANNO 1696“ Die in der Literatur dokumentierte Inschrift mit dem Namen des Bauherren und seiner Frau: „ANDREAS LIPPE CATHRI-NA LEIBBICHS AR GR ANNO 1696“ ist an der Fassade heute so nicht mehr ablesbar. Neben der Jahreszahl sind nur die Initialen AR und GR erhalten, die sehr wahrscheinlich auf die ausführenden Zimmerleute hindeuten. Üblicherweise hatte sich um die Mitte des 17. Jh. bei den Zimmerleuten in Quedlinburg als regionale Besonderheit durchgesetzt, den vollen Namen in die Stockschwelle einzuritzen. Als zur Bauzeit in Quedlinburg tätige Zimmermeister mit passenden Initialen, sind die Brüder Andreas Rühle (1651-1719) und Gabriel Rühle (1657-1726) belegt. (Quellen: Wauer, Karlheinz, Häuserverzeichnis Quedlinburg, Hohe Straße 24
Quedlinburg, den 16. Februar 2009
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