Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Kurzfilme 1932

Towed In A Hole – Dick und Doof kaufen ein Schiff

Tonfilm / 21 min. / Erstveröffentlichung: 31. Dezember 1932

Regie: George Marshall

Drehbuch: George Marshall, Stan Laurel, Charley Rogers

Kinotitel:

  • Segler Ahoi!
  • Dick und Doof kaufen ein Schiff
  • Frische FIsche

Dick und Doof: Schiff mit kleinen Löchern (Folge 37)

Darsteller:

  • Stan Laurel
  • Oliver Hardy
  • Billy Gilbert (Joe, Schiffsverkäufer)

        

Inhalt:

Stan und Olli sind Fischverkäufer. Mit ihrem Fischauto fahren sie durch die Stadt, und Stan macht mit einer langen Tröte auf ihre Fische aufmerksam, die sie zuvor auf dem Fischmarkt gekauft haben. Ihr Geschäft läuft diesmal gar nicht so schlecht und sind eigentlich zufrieden. Da hat Stan eine Idee, wie sie ihren Gewinn noch erhöhen können. Indem sie nämlich den Zwischenhandel ausschalten, und ihre Fische selbst fangen, hätten sie am Ende viel mehr Profit. Stan schlägt den Kauf von Angeln vor, aber Olli denkt gleich in größerem Maßstab: Ein Schiff muss her. Ihr Geld reicht aber nur für ein reparaturbedürftiges Schiff, das erst noch auf Vordermann gebracht werden muss.

Laut dem Verkäufer sind nur ein paar kleine Löcher im Rumpf das Problem, die aber leicht geflickt werden können. Und so lassen die Jungs das Boot mit Wasser voll laufen, um zu sehen, wo undichte Stellen sind. Unnötig zu sagen, dass sich die Reparatur durch die Tollpatschigkeit der beiden in die Länge zieht, und immer wieder gibt es Scharmützel zwischen den beiden. So sägt z.B. Stan während er unten von Olli eingesperrt worden ist, den Mast ab, dessen Spitze Olli gerade streicht.

Als das Boot endlich fertig ist, geht die Jungfernfahrt schief. Als das Schiff noch an Land ist, und auf einem Anhänger steht, setzen sie bereits das Segel, worauf sich das Schiff in Bewegung setzt, und nach kurzer Fahrt zerschellt. Immerhin zieht Stan aus dem Schrotthaufen seine noch funktionstüchtige Tröte heraus.

         

Hintergrund:

Mitte Oktober 1932 sollten Laurel und Hardy einen neuen Film drehen, aber Stan Laurel, seinen Gag-Schreibern und Regisseur George Marshall fehlte die zündende Idee. Dann allerdings half ihnen der Zufall auf die Sprünge.

Regisseur George Marshall erzählte: „Wir traten auf der Stelle. Vier oder fünf Tage, oder vielleicht auch eine Woche lang. Uns fiel einfach kein tragfähiger Handlungsfaden mit Substanz ein. So fuhr ich eines Tages ins Studio, und in Culver-City kam ich an einem dieser kleinen Fischautos vorbei. Und während er die Straße entlang fuhr, machte dieser Bursche mit einem langen Horn auf seine Fische aufmerksam. Da dachte ich: ‚Das könnte vielleicht die Lösung sein – die Jungs verkaufen Fische, aber um mehr Geld zu verdienen, fangen sie die Fische selbst.’

Das war alles, was ich hatte, als ich ins Studio kam. Stan saß im Büro. Ich erzählte ihm meine Idee und er sagte: ‚Ja, das könnte gehen.’ Wir gingen gleich an die Arbeit, wir fingen an zu brüten und notierten uns etwas. Carley Rogers war auch da, er machte ein paar Notizen und flocht wahrscheinlich einen Gag ein, während wir uns unterhielten. Und daraus entstand die Idee, dass man dazu auch ein Boot haben muss. Das Boot, das sie bekommen, ist ziemlich ramponiert und muss erst in Schuss gebracht werden, bevor es schwimmt. Und daraus hat sich die Geschichte entwickelt.“

Wie so oft bei Laurel und Hardy stehen die besten Szenen der Filme nicht im Drehbuch. Auch die lange Szene, in der Stan eingesperrt ist, kommt nicht vor. In ihr offenbart Stan seine ganze Meisterschaft als Komiker. Ohne dass etwas passiert, versteht er es, durch seine Pantomime das Publikum minutenlang zu fesseln.

Regisseur George Marshall erzählte weiter: „Viele Gags entwickeln sich erst beim Drehen – so z.B. auch der Gags, wie Stan seinen Finger durch die Wand des Bootes steckt oder die Seife auf Deck liegen lässt, so dass Babe darauf ausrutscht und in die mit Wasser gefüllte Kabine plumpst. Es hat sich alles so entwickelt, sodass wir nicht mehr dazu gekommen sind, die für das Ende geschriebene Szene zu drehen. Im Film setzen die Jungs die Segel, das Boot setzt sich in Bewegung und überrollt ihr Auto.

Aber das Ende, das im Drehbuch stand, wäre auch lustig gewesen. Es war eine wilde Sequenz mit den beiden im Verkehr. Babe vorneweg mit dem Auto und Stan hinten im Segelboot, versucht, den Anker zu werfen. Er wirft ihn und trifft einen Hydranten. Wir haben das nie gedreht, weil wir bereits genügend Material hatten. So sind diese Filme entstanden: Vorher dachte man sich bei der Konstruktion der Geschichte viel aus. Aber dann kam man auf das reale Set und die Dekors inspirierten dann oft bessere Sachen, als die, die man geschrieben hatte.“

Von Towed in a Hole gibt es drei unterschiedlich Synchronisationen. In allen drei Versionen wird Stan von Walter Bluhm gesprochen. Die erste entstand 1956 bei Elite-Film in Berlin mit Herbert A.E. Böhme als Hardy. 1960 hat Beta-Technik eine Version mit Arno Paulsen erstellt. Eine dritte Fassung entstand 1968 mit Gerd Duwner bei der Berliner Synchron. Letztere wurde bewusst etwas veralbert.


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Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts
  • ZDF
  • Kabel 1
  • SAT 1
  • arte
  • WDR



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