Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Kurzfilme 1927

The Second Hundred Years – Kavaliere für 24 Stunden

Stummfilm / 20 min. / Erstveröffentlichung: 8. Oktober 1927

Regie: Fred Guiol, Leo McCarey

Drehbuch: Leo McCarey, H.M. Walker

Kinotitel: Kavaliere für 24 Stunden

Dick und Doof: Dem Henker entronnen (Folge 3)

Zwei Herren dick und doof: Mit dem Pinsel in der Hand (Folge 1)

Darsteller:

  • Stan Laurel (Little Goofy)
  • Oliver Hardy (Big Goofy)
  • James Finlayson (Gouverneur Browne van Dyke)
  • Frank Brownlee (Gefängnisdirektor)
  • Tiny Sandford (Gefängniswärter)
  • Charlie Hall (Sträfling)
  • Edgar Dearing (Polizist)
  • Charles A, Bachman (Polizist)
  • F.F. Guenste (Butler)
          

Inhalt:

Stan und Olli sind Strafgefangene, zu je 100 Jahren Knast verurteilt, und schmieden Ausbruchspläne. Beim Bau ihres Fluchttunnels muss Olli´s Allerwertester einiges aushalten: Wird er doch mit Stan´s Kerze versengt, oder macht Bekantschaft mit dessen Spitzhacke. Als Olli wenig später eine Wasserleitung „anzapft“, füllt sich der Tunnel mit Wasser. Um nicht wie die Ratten zu ersaufen, graben sie eiligst nach oben und landen im Büro des Gefängnisdirektors, das kurz darauf unter Wasser steht, und der Direktor ein unfreiwilliges Bad nimmt. Zur Strafe ist verschärftes Exerzieren im Gefängnishof angesagt, was aber auch nicht so recht klappen will, und den Gefängniswärter an den Rand eines Nervenzusammenbruch bringt.

Eine Chance, dem Kittchen dennoch zu entwischen, ergibt sich, als ein paar Maler gerade Mittagspause machen, denen Stan und Olli Farbeimer und Pinsel mopsen. Dann brauchen sie nur noch ihre Gefängnisuniformen zu wenden, und fertig sind zwei waschechte Maler, die unbehelligt das Tor zur Freiheit passieren. Nachdem jedoch ein Polizist auf die beiden aufmerksam geworden ist, betätigen sie sich auch in Freiheit als „Maler“ und pinseln alles an, was ihnen in die Quere kommt.

      

Zu ihrer weiteren Flucht kapern sie ein Auto. Leider sind deren Insassen französische Polizeichefs, die zum Erfahrungsaustausch das Gefängnis inspizieren wollen. Nichts ahnend werfen sie die „hohen Tiere“ aus dem Auto, und bemächtigten sich deren Kleidung. Nachdem der Chauffeur dienstbeflissen das Gefängnis erreicht, aus dem Stan und Olli gerade geflohen sind, "glänzen" sie nun als "Ehrengäste" des Gouverneurs.

          

Das Unheil nimmt jedoch schnell seinen Lauf, und beginnt schon damit, dass unsere Freunde keine Ahnung haben, wie man sich in einer vornehmen Gesellschaft zu benehmen hat. Als der Essensgong ertönt, verfallen die beiden für einen Augenblick in den eingeübten Gleichschritt zurück, fangen sich jedoch schnell wieder, und Stan bedient sich schon am Sekt, bevor die anderen Gäste den Tisch erreichen. Ihre Tischmanieren beim Dinner können nicht beschrieben, sondern müssen gesehen werden. Ihre Tarnung bleibt trotz irritierter Blicke der Anwesenden noch aufrecht, bis eine Gefängnisführung auf dem Programm steht. Dort werden sie sofort von ihren Mithäftlingen erkannt...


Hintergrund:

In diesem ausgezeichneten Film wurden Stan und Olli erstmals als „Comedy Duo“ angekündigt, auch wenn einige typischen Elemente noch fehlen. Vor allem Stan lieferte hier für die frühen Jahre eine seiner wohl besten schauspielerischen Leistungen ab. Köstlich ist seine Mimik, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt und sich beschwert.

Das Drehbuch verlangte übrigens, dass Stan und Olli ihre Haare ganz kurz schneiden lassen mussten, um wie echte Sträflinge auszusehen. Diesen Haarschnitt Marke "Billiardkugel" tragen sie auch in dem Kurzfilm
Call of the Cockoo, in dem sie einen Gastauftritt haben, und die Dreharbeiten parallel liefen. Glücklicherweise wachsen Haare jedoch relativ schnell wieder nach.

Einige Gags beim Dinner geben einen Vorgeschmack auf den 1928 entstandenen Kurzfilm From Soup to Nuts. Außerdem ist davon auszugehen, dass sich die Drehbuchautoren von Charly Chaplin inspirieren ließen, und seinem 1917 entstandenen Film The Adventurer, sowie von Larry Semon in seinem Film Frauds and Frenzies von 1918. Ebenso kommen Elemente vor, die bereits in Stan´s Solofilmen Pick and Shovel (1923) und Detained (1924) in ähnlicher Weise zu sehen sind.

In Deutschland wurde der Film von der UFA der Filmprüfstelle in Berlin vorgelegt, und nach langem Hin und Her schließlich freigegeben. Ebenfalls auch hier mit der Auflage: "Für Jugendliche verboten", was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass Autoritätspersonen nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt werden. Für die deutschen Zwischentitel änderte man "Little Goofy" in "Fassaden-Willy", und "Big Goofy" in "Klunker-Bully". Insgesamt entstanden im Laufe der Zeit 11 deutsche Fassungen unter verschiedenen Titeln, wobei die bekannteste die von Hanns-Dieter Hüsch kommentierte Fassung für die Fernsehserie
Dick und Doof (1971-1973) ist.



Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts



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