Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Kurzfilme 1932

The Music Box – Der zermürbende Klaviertransport

Tonfilm / 29 min. / Erstveröffentlichung: 16. April 1932

Regie: James Parrott

Drehbuch: H.M. Walker

Kinotitel:

  • Die musikalische KIste
  • Das verrückte Klavier
  • Dick und Doof und die Drahtkommode
  • Die Musikbox

Dick und Doof: Der zermürbende Klaviertransport (Folge 1)

Darsteller:

  • Stan Laurel
  • Oliver Hardy
  • Billy Gilbert (Professor Theodor von Schwarzenhoffen, MD, AD, DDS, FLD, FFF und F)
  • Hazel Howell (Frau von Schwarzenhoffen)
  • Lilyan Irene (Kindermädchen)
  • Sam Lufkin (Polizist)
  • William Gillespie (Klavierverkäufer)
  • Dinah (Susi, das Pferd)

        

Inhalt:

In einem Musikgeschäft bestellt Frau von Schwarzenhoffen ein elektrisches Klavier als Überraschungsgeschenk für ihren Mann zum Geburtstag. Der Musikalienhändler beauftragt das Transportunternehmen Laurel & Hardy mit der Auslieferung des Klaviers an die 1127 Walnut Avenue. Als die Transporteure mit ihrem Pferdefuhrwerk dort ankommen, erklärt ihnen ein Briefträger, dass besagte Adresse das Haus ganz oben auf dem Hügel ist. Hinauf führt eine schier endlos lange und steile Treppe. Voller Tatendrang wird das Klavier, das sich in einer großen Holzkiste als Transportverpackung befindet, vom Fuhrwerk abgeladen, was für Olli recht schmerzhaft vonstatten geht, weil er mit seinem Rücken den Weg von der Ladekante bis zur Straße abfedern möchte, und ihr Pferd Susi zu früh lostrabt.

Bei ihrem ersten Versuch, haben Stan und Olli etwa ein Viertel der Treppe geschafft, als ihnen eine junge Dame mit einem Kinderwagen entgegen kommt. Bereitwillig helfen sie dem Kindermädchen, an dem Klavier vorbei zu kommen. Leider rutscht das Klavier dabei die Treppe hinunter, und steht wieder unten auf der Straße. Da die Dame das mit schadenfrohem Gelächter kommentiert, vergisst Stan seine Kinderstube und verpasst ihr einen Tritt. Die bedankt sich mit einem Schlag auf die Nase, und als Olli darüber lacht, bekommt er eine Milchflasche über den Schädel gezogen. Dennoch sieht sich das Kindermädchen veranlasst, sich bei einem Polizisten über die beiden zu beschweren.

Bis der Polizist am Ort des Geschehens eintrifft, haben Stan und Olli mit dem Klavier etwa die Hälfte der Treppe bereits bewältigt. Der Wachtmeister zitiert die beiden wieder an den Fuß der Treppe. Olli schickt Stan hinunter, damit er sich etwas hinsetzen und ausruhen kann, wobei er mit seinem Rücken das Klavier abstützt. Unten angekommen, erfährt Stan von dem Polizisten, dass er von ihm gar nichts will, sondern den anderen Affen sprechen möchte. Stan ruft dies Olli zu. Aber als der sich erhebt, und sich auf dem Weg nach unten macht, setzt sich das Klavier wie von Geisterhand in Bewegung und rattert die ganze Strecke erneut nach unten.

        

Nach den raubauzigen Belehrungen des Polizisten heißt es nun: Auf ein Neues! Als Stan und Olli unter größter Kraftanstrengung etwa dreiviertel der Treppe bewältigt haben, begegnen sie dem pompösen Professor von Schwarzenhoffen, der ihnen herrisch befiehlt, diese Kiste aus dem Weg zu schaffen, damit er vorbei kann. Auf Ollis Frage, warum er nicht dran vorbei geht, fühlt sich der Professor in seiner Ehre gekränkt und poltert richtig los. Stan haut schließlich den Zylinder des Professors die Treppe hinunter, wo er unten auf der Straße von einem Lastwagen geplättet wird. Der Professor wallt die Treppe hinab und droht, unter Geschimpfe und Gefuchtel mit seinem Spazierstock, die beiden ins Gefängnis werfen zu lassen.

Schließlich haben die beiden Spediteure das obere Ende der Treppe erreicht. Diese findet jedoch eine kleine Verlängerung zu einem Zierbrunnen, sodass Olli in den Genuss einer dringend gebotenen Erfrischung gelangt. Als sie sich zur Haustür der Lieferadresse begeben, macht sich das Klavier in einem unbeobachteten Moment wieder selbständig, und rasselt erneut die ganze Treppe hinunter - diesmal mit Olli im Schlepptau. Inzwischen ist es Nachmittag geworden, bis das Klavier wieder oben ist. Dort treffen sie erneut auf den Briefträger, der ihnen erklärt dass sie das Klavier gar nicht die Treppe hätten hinauftragen müssen. Es gibt nämlich eine Seitenstraße, auf der sie bequem bis vors Haus hätten hinauffahren können. Mit Laurel´scher und Hardy´scher Komik tragen sie das verflixte Instrument die gesamte Treppe wieder hinunter, um dann mit ihrer Pferdekutsche die Straße hinauf zu fahren.


       

Auch wenn schließlich die Klingel den Weg alles Irdischen geht - es ist niemand zuhause. Stan möchte das Klavier wieder mitnehmen, aber Olli entdeckt im Obergeschoss einen Balkon mit einer geöffneten Balkontür. Sie besorgen eine Leiter, Stan klettert hinauf, und befestigt einen Flaschenzug an einer wackligen Markise. So gelingt es, das Klavier auf den Balkon hinauf zu ziehen. Nach Abschluss dieser Aktion lässt Stan den Flaschenzug fallen. Dieser trifft Olli, der etwas weiter unten auf der Leiter steht, und sprichwörtlich mit der Tür ins Haus fällt. Und so gelangt Olli bequem über die Innentreppe in den 1. Stock. Schließlich muss das Klavier wieder runter ins Erdgeschoss. Als sie das Klavier nun die Treppe hinunter tragen, bekommen sie etwas zu viel Schwung drauf, durchbrechen eine Flurtür, und die Jungs nehmen samt dem Klavier in dem Zierbrunnen ein Vollbad.

Endlich steht das Klavier im Wohnzimmer. Beim Öffnen des Holzverschlags ergießt sich erst einmal ein Strom Wasser in die gute Stube, das glücklicherweise vom Wohnzimmerteppich gut aufgesogen wird. Olli tritt in einen Nagel und trennt auf diese Art die Sohle von seinem Schuh. Stan möchte gleich mal die elektrische Zuleitung des Klaviers am Kronleuchter anschließen, wobei er jedoch abrutscht, und den Lüster auf den Fußboden befördert. Nach einer Belehrung von Olli, dass man das Klavier nicht an der Lampe, sondern an eine Steckdose anschließt, kommt es zu einem Kurzschluss. Trotzdem gelingt es, dem Klavier automatische Musik zu entlocken. Sodann muss nur noch das Schlachtfeld in der guten Stube aufgeräumt werden, und die Sache ist geritzt.


         

Inzwischen erscheint Professor von Schwarzenhoffen, der sich als der Wohnungsinhaber erweist. Er ist zutiefst beglückt, über das, was er hier vorfindet. Außerdem hasst er solche Klimperkisten. Als sich die Jungs vor der Wut des Professors etwas zurückziehen und dabei noch ein Tisch mit einer kostbaren Vase zu Bruch geht, kann sich der Professor nicht mehr bremsen. Er holt eine Axt und schlägt das Klavier kurz und klein. Während dieser Zerstörungsorgie kommt die Frau des Professors, und stellt klar, dass das Klavier ein Geburtstagsgeschenk für ihn hätte sein sollen. Der Professor bittet seine Frau mit pathetischem Auftreten um Verzeihung und entschuldigt sich sogar bei Stan und Olli. Er muss nur noch den Lieferschein unterschreiben, aber der von Stan gereichte Füller scheint etwas Überdruck zu haben, und spritzt die Tinte dem Professor ins Gesicht. Der jagt die beiden nun in einem erneuten Wutausbruch aus dem Haus.

Hintergrund:

The Music Box wurde 1932 in der Kategorie "Beste Kurzfilm-Komödie" mit einem Oscar ausgezeichnet. 1936 wurde zwar der Kurzfilm Tit for Tat ebenfalls nominiert, aber The Music Box blieb der einzige Film des Komikerduos, der den Oscar auch erhielt. 1961 bekam Stan Laurel noch einen Oscar für sein Lebenswerk zugesprochen. Doch leider war Oliver Hardy zu diesem Zeitpunkt bereits tot, und Stan zu krank, um der Verleihung persönlich beiwohnen zu können.

The Music Box
ist eine teilweise Neuverfilmung des seit 1930 bis heute verschollenen Stummfilms Hats Off von 1927, der an der selben Treppe in Los Angeles gedreht wurde. Wie noch erhaltene Szenefotos zeigen, musste eine Waschmachine ebenfalls unter Mühen diese Treppe hinauf befördert werden. Die Treppe mit 131 Stufen existiert noch heute (siehe dazu Wissenswertes zu den Kurzfilmen 1932).

1986 wurde The Music Box mit neuem Soundtrack nachcoloriert, und wurde zusammen mit der bereits 1984 entstandenen colorierten Version von Helpmates auf DVD veröffentlicht.

In Spanien erhielt The Music Box den langen Titel "No cualquiera aguanta un piano, mucho menos una pianola", was soviel heißt wie "Nicht jeder hält sich ein Klavier, viel weniger ein Pianola".

In deutschen Kinos wurde The Music Box erstmals 1932 unter dem Titel "Die musikalische Kiste" mit deutschen Untertiteln aufgeführt. Die erste deutsche Synchronisation entstand 1952 mit dem Titel "Das verrückte Klavier" bei der IFU in Remagen. Stan wurde von Walter Bluhm gesprochen, Olli von Herrmann Pfeiffer.

Eine zweite Version entstand 1960 bei der Beta-Technik in Berlin und dem Titel "Dick und Doof und die Drahtkommode", mit Walter Bluhm und Arno Paulsen.

Eine dritte Version steuerte 1967 noch die Berliner Synchron bei, ebenfalls mit Walter Bluhm und Arno Paulsen. Als Titel wurde "Die Musikbox" auserkoren. Diese Version ist auch auf DVD erschienen, und fand für die Dick und Doof-Serie Verwendung.

In den verschiedenen Synchronisationen wurden für den Professor unterschiedliche Namen kreiert. So heißt Billy GIlbert einmal Prof. Schwarzenhafer, ein anderes Mal Prof. Schwabendrescher. Der deutsch klingende Name "Schwarzenhoffen" im Original lässt den Schluss zu, dass man so dem Wesen des Professors die oft verhöhnte "deutsche Gründlichkeit" mit hineinlegte.









Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts
  • ZDF
  • Kabel 1
  • SAT 1
  • arte
  • WDR



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