Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Kurzfilme 1927


The Battle of the Century – Die Schlacht des Jahrhunderts

Stummfilm / 20 min. / Erstveröffentlichung: 31. Dezember 1927
(ca. 10 Minuten des Films gelten bisher als verschollen)

Regie: Clyde Bruckman

Drehbuch: Hal Roach, H.M. Walker

Kinotitel
: Alles in Schlagsahne

Dick und Doof: Die Braut wird geklaut (Folge 9)

Zwei Herren dick und doof: Die nächtliche Ziegenwäsche (Folge 23)

arte: Die Schlacht des Jahrhunderts (1999)

Darsteller:

  • Stan Laurel (Canvasback Clumb)
  • Oliver Hardy (Stan´s Manager)
  • Noah Young (Thunderclap Callahan, Boxer)
  • Sam Lufkin (Schiedsrichter)
  • Lou Costello, Jack Hill, Ham Kinsey (engagierte Zuschauer)
  • Steve Murphy (Betreuer von Thunderclap)
  • Gene Morgan (Mann am Boxrunden-Gong)
  • Charlie Hall (Tortenlieferant)
  • Anita Garvin (rutscht auf einer Torte aus)
  • George B. French (Zahnarzt)
  • Dick Sutherland (Tortenopfer beim Zahnarzt)
  • Dorothy Coburn, Ellinor Vanderveer (Tortenopfer im Auto)
  • Lyle Tayo (Tortenopfer am Fenster)
  • Wilson Benge (Mann mit Zylinder, der versucht zu schlichten)
  • Charley Young (Obstverkäufer)
  • Eugene Pallette (Versicherungsvertreter)

        

Inhalt:

Der eher schmächtige Stan steigt als Canvasback Clumb gegen den knallharten Boxprofi Thunderclap Callahan in den Ring. Nur durch Zufall schafft es Stan, seinen Gegner mit einem ungezielten Schlag auf die Matte zu legen. Leider ist der Ringrichter ganz auf der Seite des Gegners und verzögert das Anzählen. Bei jeder Bewegung von Stan fängt er wieder bei "Eins" zu zählen an. Klar, dass Stan im Endeffekt den Kampf verliert, zumal der Ringrichter beim Ausrutschen von Stan in Windeseile bis 3 gezählt hat. Das erhoffte Preisgeld bleibt daher aus.

In der Mitte des Films fehlen ca. 8 Minuten: Ein Versicherungsvertreter schlägt Olli vor, er solle eine Unfallversicherung für Stan abschließen, wenn dieser so leicht verletzlich sei. Olli folgt dem Rat. Daraufhin unternimmt Olli Versuche, Stan irgendwie zu Schaden kommen zu lassen, um die Versicherungssumme zu kassieren. Schließlich versucht es Olli, durch das Auslegen einer Bananenschale Stan zu Fall zu bringen, was sich jedoch als verhängnisvoll erweist.

         

Im Finale kommt es deswegen zu einer riesigen Tortenschlacht (die Gott sei Dank bis auf die letzten 2 Minuten erhalten ist). Ein Tortenlieferant rutscht mit einem Tablett Torten auf der von Olli ausgelegten Bananenschale aus. Der Versuch von Olli, die Banane Stan unterzujubeln, misslingt. Und schon hat Olli eine Torte im Gesicht. In einer Kettenreaktion werden immer mehr Passanten in die ausschweifende Tortenschlacht mit einbezogen, bis schließlich an die 100 Tortenwerfer an der Aktion beteiligt sind.

         

Die letzten fehlenden knapp 2 Minuten des Films sind schnell erzählt: Ein hinzueilender Polizist fragt Laurel und Hardy, ob sie die Tortenschlacht begonnen hätten. "Welche Tortenschlacht?" fragt Olli unschuldig, während die Kamera in die Höhe fährt. Man sieht die Straße vollgestopft mit Tortenwerfern. Da fliegt eine Torte ins Gesicht des Polizisten. Am Ende des Films jagt er Stan und Olli die Straße hinunter...

Hintergrund:

Dieser Film ist leider auch nicht vollständig erhalten, aber das wichtigste konnte über die Jahre gerettet werden. The Battle of the Century ist einer der ulkigsten Filme in der bekannten Zweiaktersequenz. Hier spielt Stan einen Boxer, Olli ist sein Manager. 1927 fand der berühmte Boxkampf zwischen Jack Dempsey und Gene Tunney statt, der als „Jahrhundertkampf“ angekündigt wurde. Tunney gewann, aber nur dank eines stark verlängerten Anzählens, nachdem er vorher zu Boden gegangen war. Dieses „verlängerte Anzählen“ wird im Film genüsslich parodiert. Als Stan seinen Gegner zufällig zu Boden streckt, beginnt der Ringrichter bei jeder Bewegung von Stan immer wieder erneut bei „Eins“ zu zählen.

Im Finale kommt es dann zu der riesigen Tortenschlacht (die Gott sei Dank bis auf die letzten 2 Minuten erhalten ist). Tortenschlachten waren jedoch bereits 1927 ein „alter Hut“, denn die Blütezeit der Tortenschlachten lag bei den Filmen vor 1920. Wie Stan später erzählte, hatte ein Ideenberater beim Script vorgeschlagen, man könne ja ein paar Torten werfen, wurde dafür von den anderen aber lauthals verhöhnt. Einer anderen Erzählung zufolge entstammt die Idee der zufälligen Anwesenheit eines Bäckereiwagens am Drehort. 

Wie dem auch sei: nach einigen Überlegungen entschloss man sich, die Sache mit der Tortenschlacht aufzugreifen. Aber wenn schon, dann sollte es die größte und beste Tortenschlacht aller Zeiten sein. Und so war es auch. Das Hal-Roach-Studio kaufte eine ganze Tagesproduktion der Großbäckerei „Los Angeles Pie Company“ – insgesamt sollen es 3.000 Torten gewesen sein. Dabei handelte es sich um echte Fruchttorten mit Kirschen, Bananen und Heidelbeeren und nicht um die ansonsten verwendeten Torten-Imitationen, die zumeist aus Schaum bestanden.

Was die Schadenfreude des Zuschauers auf die Spitze treibt, ist die Tatsache, dass es immer wieder Unschuldige erwischt, wie den Mann, dem auf dem Zahnarzstuhl mit weit geöffnetem Mund eine Torte ins Gesicht fliegt. Egal ob das Opfer gerade beim Frisör oder beim Fotografen ist, oder die Dame, die mit einem Lorgnon aus dem Wagen schaut, vergrößert ständig das gigantisch wachsende Vergnügen.

Seit 1928 galt der komplette Film als verschollen, bis Anfang der 1960er Jahre der komplette Boxkampf und Teile der Tortenschlacht auftauchten. In der Filmzusammenstellung Dick und Doof im Flegelalter (Laurel and Hardys Laughing Twenties) wurden die Fundstücke 1966 erstmals in der heute bekannten Version gezeigt. Seit 1928 ungesehen ist der Verkauf der Versicherungspolice sowie der Schlussgag mit dem Polizisten.

Im Juni 2015 wurde bekannt, dass eine komplette zweite Filmrolle im Nachlass des 2004 verstorbenen Filmesammlers Gordon Berkow gefunden wurde. Nach Aussage des Finders Jon Mirsalis beginnt sie mit einem bisher unbekannten Gag, der dann zur bekannten, aber nunmehr komplett erhaltenen Tortenschlacht führt.

Bleibt abzuwarten, was daraus wird. Leider zeigen deutsche Sender mit Ausnahme von arte und Kabel1 seit Jahren keinerlei Interesse mehr an Laurel & Hardy.




Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts
  • Image Entertainment







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