Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Spielfilme 1936-1940

Swiss Miss – Dick und Doof als Salontiroler

Schwarzweiß / Komödie / 79 min.

Erstveröffentlichung: 20. Mai 1938

Regie: John G. Blystone

Drehbuch: Felix Adler, Jack Jayne, James Parrott, Charley Rogers

Kinotitel:

  • Dick und Doof als Salontiroler
  • Ritter ohne Furcht und Tadel
  • Dick und Doof: Krach im Alpenhotel (Folge 53-55)

    Lachen Sie mit Stan und Olli: Das Schweizer Mädel (Folge 13)

    Darsteller:

    • Stan Laurel
    • Oliver Hardy
    • Adia Kuznetzoff (Chefkoch)
    • Ludovico Tomarchio (Hoteldirektor)
    • Walter Woolf King (Victor Albert, Operettenkomponist)
    • Greta Natzler (Anna Albert, Sängerin)
    • Eric Blore (Edward)
    • Charles Judels (Käsehändler)
    • Eddie Kane (Mausefallen-Kunde)
    • Anita Garvin (Frau des Kunden)
    • Charles Gemora (Gorilla)

          

    Inhalt:

    Stan und Olli sind als Mausefallen-Vertreter in der Schweiz unterwegs. Denn ein Land, das so viel Käse produziert, lockt bestimmt eine große Zahl von Mäusen an. Die beiden wittern das große Geschäft. Doch bei einer Verkaufsdemonstration in einer Käserei geht alles schief. Damit er sie endlich loswird, „kauft“ der Käserei-Besitzer ihren ganzen Vorrat an Mausefallen auf, dreht ihnen aber Falschgeld an. In einem piekfeinen Hotel nehmen die Jungs mit dem vermeintlichen Geld ein opulentes Mahl ein, können dann aber nicht bezahlen.

    Deshalb müssen sie die Zeche in der Hotelküche als Hilfskräfte abarbeiten. Dort richten sie mehr Schaden als Nutzen an, und laufen dem übellaunigen Küchenchefständig ins Messer. Doch es kommen bessere Zeiten: Ein hübsches Zimmermädchen, die in Wirklichkeit eine große Sängerin ist, verdreht Olli den Kopf. Auf diese Weise tragen die beiden unfreiwillig dazu bei, dass die wacklige Ehe der Sängerin mit dem Operettenkomponisten Victor Albert wieder gekittet wird.

          

    Hintergrund:

    Swiss Miss enthält eine weitere klassische Klavierszene, die etwas an die Treppensequenz aus The Music Box (1932) erinnert. Dieses Mal muss das Klavier über eine Hängebrücke hinweg, die sich über eine tiefe Schlucht spannt. Stan ist noch ziemlich betrunken, nachdem er mit allen möglichen Tricks das Fässchen eines Bernhardiners geleert hat, Olli deswegen in Rage, und die Situation spitzt sich zu, als sie auf halbem Weg auf einen Gorilla treffen…

    Diese Szene wurde in einem Tonstudio gedreht, wo die Berge und das Chalet als Kulissen, und die Hängebrücke aufgebaut waren. Die Aufnahmen in der Totalen wurden durch eine Glasscheibe gedreht, auf die der Boden des Tals gemalt war. Das Flussbett wurde auf eine Leinwand gemalt, mit kleinen Löchern, die das Licht durchscheinen ließen, damit es wie Sonnenstrahlen auf dem Wasser wirkte.

       

    Stan beschrieb später, dass die Brückenszene eigentlich etwas anders aussehen sollte: „Der Chefkoch des Hotels hasste Musik, Musik trieb ihn einfach zum Wahnsinn. Deshalb beschloss er, eine Bombe im Klavier zu verstecken. Wenn der Komponist nun einen bestimmten Ton spielen würde, explodiert die Bombe. Ich habe diese Bombenidee vorgeschlagen, um der Brückenszene mehr Kraft zu geben. Denn da sind wir auf dieser schwingenden Brücke. Gott allein weiß, wie hoch, und als wir das Klavier transportieren, greifen wir einfach jedes Mal ganz knapp an der Taste vorbei. Das erzeugt viel Spannung. Aber Roach sagte: ‚Nein, ich will keine Bombe’. Wir hatten bereits alles gedreht, und dann nahm er die Szene, wo der Typ die Bombe ins Klavier legt, raus. Daher blieb unser ganzes Hantieren mit den Tasten im Film für den Zuschauer unverständlich. Ich werde nie verstehen, warum Roach das tat.“

    Special-Effects spielten auch in einer anderen Szene eine Rolle. Olli schüttet versehentlich einen Eimer Seifenwasser in eine Orgelpfeife, und als der Komponist diese betätigte, entstanden riesige Seifenblasen. Dieser Gag entstand durch Seifenblasen aus Papier, welche auf das Filmband gelegt und Bild für Bild abfotografiert wurden, wobei von Hand jeweils die Position verändert wurde. In den Projektoren sah es aus, als bewegten sie sich.

        

    Die Dreharbeiten, die im Januar/Februar 1938 stattfanden, wurden von Stans privaten Problemen überschattet. An Neujahr hatte Stan seine dritte Frau, die Sängerin Illiana Shuvalova geheiratet. Aber seine Ex-Frau Ruth Rogers wollte sich damit nicht abfinden, und veranstaltete einen Aufruhr, indem sie Stan der Bigamie bezichtigte. So waren also die Dreharbeiten von Stans privaten Querelen mit seiner Ex-Frau und den daraus resultierenden Nervenzusammenbrüchen seiner neuen Liebe überschattet. Das alles sorgte für negative Schlagzeilen und Hal Roach war um Stans guten Ruf besorgt. Immer wieder kam es zu Spannungen zwischen Stan und Hal.

    Hal Roach wollte aus Swiss Miss ein aufwändiges Musical machen, in dem Stan und Olli nur einen Teil der Handlung tragen sollten. Dafür hatte Stan natürlich kein Verständnis. Stan äußerte sich später gegenüber der Presse zum Film: „Ich finde, der Story fehlt sehr viel. Hal Roach und ich hatten sehr unterschiedliche Auffassungen von der Geschichte, den Gags und was auch immer. Wir kamen in diesem Film nicht besonders gut miteinander aus, hatten viele Meinungsverschiedenheiten. Als Roach den anderen Autoren sagte, dies oder das zu schreiben, schrieben sie es so, obwohl sie mit der Art, wie es gemacht wurde, nicht einverstanden waren, aber sie konnten Roach einfach nicht widersprechen.“

      

    Ursprünglich sollte Swiss Miss sogar in Farbe gedreht werden. Aber bereits nach drei Drehtagen kehrte Roach wegen der zu hohen Kosten zum Schwarzweißfilm zurück. Mit einem Budget von 700.000 $ war Swiss Miss bis dahin ohnehin der teuerste Laurel & Hardy-Film. Die hohen Kosten brachten es mit sich, dass Roach eine stärkere Kontrolle als bei früheren Filmen ausübte und nicht bereit war, Stan die bisher übliche künstlerische Freiheit zuzugestehen. In einem Interview äußerte sich Roach dahingehend, dass Laurel keinen Sinn für die durchgängige Handlung gehabt habe. Laurel schlug einen Handlungsablauf vor, der nach Meinung von Roach nicht funktionieren würde. Es kam zu vielen Diskussionen, bei denen schließlich jeder etwas nachgab, was dann letztlich dem Film nicht besonders gut tat.

    Mit Regisseur John G. Blystone hingegen verstand Stan sich sehr gut. Blystone ließ den Darstellern viel Freiheit und verließ sich ganz auf die Kompetenz von Stan Laurel. Es war sein erster Film mit Laurel und Hardy. Er übernahm auch beim nächsten Film Blockheads die Regie, und starb kurz nach Abschluss der Dreharbeiten im August 1938 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.







    Bildnachweis:

    • Ronald Grant Archive
    • Britisch Film Institute
    • Kinowelt GmbH
    • Kirch Media Group
    • Centre for Contemporary Arts
    • ZDF
    • Kabel 1
    • SAT 1
    • arte
    • WDR



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