Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Lachen Sie mit Stan und Olli
ZDF-Serie 1975-1979 - 21 Folgen



1975 entschloss sich das ZDF in Mainz, 21 Spielfilme für die Serie Lachen Sie mit Stan und Olli neu synchronisieren zu lassen, um ihnen einen einheitlichen Rahmen zu geben. Der bewährte Berliner Bühnen- und Synchronschauspieler Walter Bluhm (1907-1976) übernahm wieder die deutsche Stimme von Stan Laurel, der auch als Mr. Stringer in der Miss Marple-Serie zu hören ist. Bereits 1937 hatte Bluhm in Kinofassungen für Laurel gesprochen, allerdings wurde diese Tätigkeit 1938 durch das allgemeine Importverbot ausländischer Filme im Deutschen Reich bis 1950 unterbrochen.

        
Die häufigsten deutschen Synchronsprecher für Laurel und Hardy:
Walter Bluhm, Arno Paulsen und Michael Habeck (von links nach rechts)


Besonders gut hatte Bluhm mit Arno Paulsen (1900-1969) harmoniert, der in den 1950er und 60er Jahren in vielen Kino-Synchronisationen für Oliver Hardy gesprochen hat. In den 1960er Jahren kam dann auch Gerd Duwner (1925-1996) als Stimme von Hardy dazu. Allerdings konnte er sich mit dem ZDF auf seine Honorarforderungen nicht einigen.

Nachdem Arno Paulsen 1969 verstorben ist, und Bruno W. Pantel (1921-1995) dafür nicht geeignet erschien, sprang 1975 der damals 31jährige Schauspieler Michael Habeck (1944-2011) ein. Auch er passte stimmlich gut zu Oliver Hardy, und hat ihm in allen Filmen für die Serie Lachen Sie mit Stan und Olli ebenfalls mit Bravour seine Stimme verliehen.

Da das ZDF häufig herbe Kritik für den häppchenweisen Verschnitt von Laurel und Hardy Filmen einstecken musste, wollte man hier den Originalfilmen möglichst nahe kommen. Auch auf die Bezeichnung "Dick und Doof" wurde bewusst verzichtet. Oft kamen dabei alte Dialogbücher zum Einsatz, die bereits bei Kinosynchonisationen Verwendung fanden, die von Dialogbuchautor Wolfgang Schick aufbereitet wurden. Unter den neu bearbeiteten Spielfilmen waren einige darunter, die zum ersten Mal ungekürzt im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Man kann außerdem feststellen, dass diese Serie dem künstlerischen Anspruch von Laurel und Hardy durchaus gerecht wurde.

Bis kurz vor seinem Tod im November 1978 wurde die Serie von Theo Lingen moderiert. Dabei saß Lingen in einem Filmstudio, in dem Filmplakate und Requisiten des gezeigten Films an den Wänden hingen. Zu den meisten wusste Lingen etwas zu erzählen. Wider Erwarten zeigte sich der Erzkomödiant dabei hauptsächlich von seiner ernsteren Seite, erzählte Wissenswertes zu den Filmen selbst und beschäftigte sich mit der Vita von Stan Laurel und Oliver Hardy. Einmal hatte er sich sogar von der Bezeichnung "Dick und Doof" für das weltberühmte Komikerpaar distanziert, weil es doch einen abwertenden Beigeschmack hat.

(Böse Zungen behaupten ja, dass man bereits doof ist, wenn man seine eigene Meinung als Schlagzeile in der Bildzeitung liest. Was so viel bedeutet, wie wenn man auf dem Fernseher sitzt und Sofa guckt.)

Auch wenn man die FIlme von Laurel & Hardy heute immer mehr als Kunst begreift, und nicht nur als puren Klamauk, wie noch vor 40 oder 50 Jahren, so ist doch nicht mehr damit zu rechnen, dass Stan und Olli ihre Attribute "dick und doof" zumindest im deutschsprachigen Raum jemals wieder loswerden. Fragt man nach "Dick und Doof" weiß auf Anhieb eigentlich jeder, wer gemeint ist. Bei der Frage nach "Laurel und Hardy" oder auch "Stan und Olli" wird´s schon schwieriger. Das ist aber keine deutsche Eigenheit, weil auch in anderen Ländern hielt man ihre richtigen Namen für nicht lustig genug. So heißen sie in Italien "Crick und Crock", und in Polen "Flip und Flap". Auch im asiatischen und orientalischen Sprachraum gibt es eigene Namensschöpfungen.

Kreiert wurde der Name "Dick und Doof" bereits Ende der 1920er Jahre für die ersten Stummfilme, die in deutschen Kinos liefen. Damals schrieb man "Dof" sogar mit nur einem "o", einfach weil´s noch dööfer ausschaut. Im Vorspann des Films Pardon Us, in der Version, in der Stan und Olli deutsch sprechen, ist die Schreibweise "Dick und Dof" sogar enthalten. Das wussten also auch die Filmemacher in Hollywood.

Vielleicht gibt es deshalb auch einen Insiderwitz, der im Spielfilm Saps at Sea (1940) vorkommt. Dabei bezeichnet Stan seinen Freund Olli auch im Original als "Du Dicker", während Olli Stan als "Du Doofer" betitelt. Bei der neuen Synchronisation zu dem Film ist sogar die deutsche Titelmelodie der Serie Dick und Doof im Radio zu hören, als Nachbarin Mrs. O´Riley ihren Kühlschrank öffnet.

Der musikalische Rahmen der Serie stammt ebenfalls von Fred Strittmatter, Quirin Amper und Jiri Kanzelsberger, die bereits große Teile der beliebten ZDF-Reihen Dick und Doof, Väter der Klamotte, Männer ohne Nerven und Zwei Herren dick und doof neu vertont hatten.

Staffel 1:

Die Folgen der Staffel 1 wurden im ZDF vom 03.09.1975 bis 01.09.1976 Mittwochs um 21.45 Uhr gezeigt:

Folge 1: Die Wüstensöhne

- Sons of the Desert (1933)


Folge 2: Auf hoher See

- Saps at Sea (1940)


Folge 3: Die Wunderpille

- Jitterbugs
(1943)


Folge 4: Wir bitten um Gnade

- Pardon Us (1931)


Folge 5: Die lieben Verwandten

- Our Relations (1936)


Folge 6: Im fernen Westen

- Way Out West (1937)


Folge 7: Genies in Oxford

- A Chump at Oxford (19)


Folge 8: Das Mädel aus dem Böhmerwald

- The Bohemian Girl (1935)


Staffel 2:

Die Folgen der Staffel 2 wurden im ZDF vom 28.01.1978 bis 31.03.1979 Samstags im Nachmittagsprogramm gezeigt:


Folge 9: Die Stierkämpfer

- The Bullfighters (1945)


Folge 10: Große Kaliber

- Great Guns (1941)


Folge 11: Fliegende Teufelsbrüder

- The Flying Deuces (1939)


Folge 12: Bombenkerle

- Air Raid Wardens (1943)


Folge 13: Das Schweizermädel

- Swiss Miss (1938)


Folge 14: Die tapferen Schotten

- Bonnie Scotland (1935)


Folge 15: Fra Diavolo

- The Devil´s Brother (1933)


Folge 16: Nichts als Ärger

- Nothing But Trouble (1945)


Folge 17: Vergiss deine Sorgen

- Pack Up Your Troubles (1932)


Folge 18: Der große Knall

- The Big Noise (1944)


Folge 19: Fauler Zauber

- A Haunting We Will Go (1942)


Folge 20: Die Klotzköpfe

- Blockheads (1936)


Folge 21: Die Tanzmeister

- The Dancing Masters (1943)


Lediglich drei Folgen wurden im ZDF am 29.12.1980, 23.12.1985 und am 01.08.1986 wiederholt. Ein paar Wiederholungen zeigte auch Sat 1 in der Zeit von April bis Juni 1988. Obwohl die Filme auch als DVD´s erhältlich sind, wäre es wünschenswert, die Filme nochmals zu zeigen, evtl. auf ZDF-kultur.







Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts




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