Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
Startseite
Gesamtübersicht
Darsteller
TV-Sendungen »
Kurzfilme 1927
Kurzfilme 1928
Kurzfilme 1929
Kurzfilme 1930
Kurzfilme 1931
Kurzfilme 1932
Kurzfilme 1933
Kurzfilme 1934
Kurzfilme 1935
Spielfilme 1931-35
Spielfilme 1936-40
Spielfilme 1941-51
Gastauftritte
Stans Solofilme
Ollis Solofilme
deutsche Komödien
Kontakt
Gästebuch
Impressum
 



James Finlayson

33 Filmauftritte



     
Szenen aus Big Business (1929)


James Finlayson (1887 – 1953) ist wohl der bekannteste Nebendarsteller in den Laurel & Hardy-Filmen. Der kahlköpfige Meister der Verzögerung und Verschleppung mit seiner Augenbrauen-Mimik, die schwer zu beschreiben ist, aber im Film ihre Wirkung nicht verfehlt, war überall als „Jim“ (oder "Jimmy") bekannt. Er stammt aus Schottland, kam 1912 nach Amerika, und 1922 zu Produzent Hal Roach. Dieser setzte aufgrund seines mimischen Talents große Hoffnungen in ihn, aber James Finlayson konnte sich nicht als Star durchsetzen. 1925 spielte er die Hauptrolle in Yes Yes Nanette, der eigentlich als Solofilm von Oliver Hardy gilt, bei dem Stan Regie führte, fiel aber als Hauptdarsteller beim Publikum durch.

1927 versuchte Roach gar ein Trio zu kreieren, bestehend aus James Finlayson, dem fleißigen, aber bisher eher glücklosen Stan Laurel und dem talentierten und vielseitigen Nebendarsteller Oliver Hardy. Diverse Filme von 1927 zeugen von diesem Plan, wie Love 'Em and Weep, sowie With Love and Hisses und Sugar Daddies. Man kann in diesen Zyklus auch den 1928 erschienen Stummfilm Flying Elephants mit einbeziehen, da dieser Film bereits im Mai 1927 gedreht wurde. Dieses Vorhaben zerschlug sich, als überraschenderweise Laurel & Hardy als Komiker-Duo kometenhaft aufstiegen. Finlayson musste sich fortan mit den Nebenrollen begnügen, erwies sich aber als der ideale Gegenspieler des Komiker-Duos in 32 Laurel & Hardy-Filmen.

In dem Stummfilm Big Business von 1929 spielt er den genervten Haustürkunden, der Stan und Olli ihren Weihnachtsbaum nicht abkaufen will, sodass eine Zerstörungsorgie auf beiden Seiten ausbricht. In seinem ersten Tonfilm Men O´War (1929) spielt er den Barkeeper und Bootsverleiher, dessen Schiffchen zum Schluss reihenweise samt Insassen absaufen. Eine Glanzleistung lieferte er auch 1929 in The Hoose Gow ab, als schadenfroher Gouverneur bei der finalen Reisschlacht. Als Butler in Night Owls (1930) muss er das Haus seines Herrn vor Stan und Olli verteidigen, die sich dort als Einbrecher versuchen.

Finlayson wirkte in fast allen Spielfilmen der Roach-Zeit mit, und zeigte hier in unterschiedlichen Rollen sein Talent. Eine Paraderolle, die er bis zum Äußersten ausreizte, hatte er zweifellos 1937 als geldgieriger Saloonbesitzer Mickey Finn in Way Out West. Ihm gelang dabei eine großartige Parodie auf einen Wildwest-Schurken mit dem gewissen Gentlemen-Effekt.

Wenn Fin sich auf eine Szene vorbereitete, klang dies wie bei einem Footballspieler auf dem Feld. Der Regisseur rief ihm zu: „Mache eine 69 und dann eine 92, Jim“. Offenbar hatte der Charakterdarsteller aus der alten Schule der Stummfilm-Komödien alle seine Bewegungen und Gesten durchnummeriert. Und da er in 32 Laurel & Hardy-Filmen und in ca. 160 anderen Filmen mitwirkte, kannte man ihn wie ein Buch. Besonders wichtig war ihm die Nr. 108: Übertrieben stolpern und hinfallen!

Eines seiner Markenzeichen war neben seiner stets angesäuerten Miene auch der Ausruf "d´oooohh", der seine Empörungsanfälle begleitete. Dieser "Schlachtruf" wurde später von den Machern der Zeichentrickserie The Simpsons für Homer Simpson übernommen und mit "Neiiiin" ins Deutsche übersetzt.

Auf die Dauer schien James Finlayson nicht damit zufrieden zu sein, ewiger, wenn auch sehr erfolgreicher Nebendarsteller zu sein. Er versuchte daher ab 1933 fernab der Roach-Produktionen Engagements in Europa, oder bei in die USA emmigrierten deutschen und englischen Regisseuren, u.a. bei Ernst Lubitsch und Alfred Hitchcock zu bekommen. In Lubitsch´s Sein oder nicht sein (1942), und in Hitchcock´s Der Auslandskorrespondent (1940) erhielt er jedoch nur winzige Nebenrollen. Da er davon nicht leben konnte, kehrte er immer wieder zu Roach zurück.

1937 zwangen ihn anhaltende gesundheitliche Probleme zum beruflichen Kürzertreten. Bis 1940 stand er aber noch in 4 weiteren Laurel & Hardy-Spielfilmen mit vor der Kamera. Später würdigte Stan Laurel Finlayson´s Leistungen ausdrücklich als gleichwertig neben seinen und denen von Oliver Hardy.

       
Szenen aus Way Out West (1937)

James Finlayson wirkte in folgenden Laurel & Hardy-Filmen mit:

(enthält Direktlinks zur jeweiligen Filmbeschreibung)


Kurzfilme:

1927: Love ’Em and Weep – Peggy Pimpernell

(Titus Tillsbury)

1927: With Love And Hisses - Schicksal in Uniform

(Captain Bustle)

1927: Sugar Daddies - Zwischen Bestien und Banditen

(Old Tycoon Cyrus Brittle)

1927: The Second Hundred Years - Kavaliere für 24 Stunden

(Gouverneur Browne van Dyke)

1927: Call of the Cuckoo - Das Haus der 1000 Freuden

(Insasse der Irrenanstalt)

1927: Hats Off (verschollen)

(Verkaufsleiter der Kwickway-Waschmaschinen)

1927: Do Detectives Think? – Die Rache des Raubmörders

(Richter Foozle)

1928 : Flying Elephants - Dick und Doof in der Steinzeit

(Saxophonus)

1929: Liberty – Dick und Doof in Freiheit dressiert

(Geschäftsinhaber einer Musikhandlung)

1929: Big Business – Vom Wahnsinn umzingelt

(Hauseigentümer)

1929: Men O’War – Dick und Doof als Matrosen

(Barkeeper, Bootsverleiher)

1929: The Hoose-Gow – Unschuldig hinter Gittern

(Richter)

1930: Night Owls – Dick und Doof als Einbrecher

(Butler Meadows)

1930: Another Fine Mess – Endstation Villa Bockschuß

(Colonel Wilburforce Buckshot)

1931: Chickens Come Home - Die Dame auf der Schulter

(Butler von Oliver Hardy)

1931: Our Wife - Die Braut wird geklaut

(Vater der Braut)

1931: One Good Turn – Dick und Doof als Retter in der Not

(Theaterschauspieler)

1932: The Chimp – Der Gorilla unter der Bettdecke

(Ansager im Zirkus)

1933: Me and my Pal – Verspielte Millionen

(Peter Cucumber)

1935: Thicker Than Water – Zum Nachtisch: Weiche Birne

(Geschäftsmann, Auktionator)

1936: Galaxy Of Stars

(Promoter)


Spielfilme:

1931: Pardon Us – Hinter Schloss und Riegel

(Lehrer in der Gefängnisschule)

1932: Pack Up your Troubles – Dick und Doof als Rekruten

(Armeegeneral)

1933: The Devil Brothers (Fra Diavolo) – Die Teufelsbrüder

(Lord Rocburg)

1935: Bonnie Scotland – Wir sind vom schottischen Infanterieregiment

(Sergeant Major Finlayson)

1936: The Bohemian Girl – Das Mädel aus dem Böhmerwald

(Captain Finn)

1936: Our Relations – Die Doppelgänger

(Finn, Chef-Maschinist und Geldanleger)

1937: Way Out West – Zwei ritten nach Texas

(Mickey Finn, Saloonbesitzer)

1937: Pick A Star – Sternschnuppen

(Regisseur)

1938: Blockheads – Die Klotzköpfe

(Finn, Mitbewohner)

1939: The Flying Deuces – Dick und Doof in der Fremdenlegion

(Gefängnisaufseher)

1940: A Chump at Oxford – Dick und Doof in Oxford

(Baldy Vanderverve, Gastgeber)

1940: Saps At Sea – Abenteuer auf Hoher See

(Dr. J.H. Finlayson)






Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts




Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


Anzeige:    Freunde finden leicht gemacht