Laurel & Hardy - Die komplette Filmchronik

     

  
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Die Kurzfilme 1930

Blotto – Skandal im Regenbogenclub

Tonfilm / 26 min. / Erstveröffentlichung: 8 Februar 1930

Regie: James Parrott

Drehbuch: Leo Mc Carey, Stan Laurel, H.M. Walker

Kinotitel:

  • Dick und Doof als Nachtschwärmer
  • Jubel, Trubel, Heiterkeit
  • Angeheitert

Dick und Doof: Skandal im Regenbogenclub (Folge 15)

Darsteller:

  • Stan Laurel
  • Oliver Hardy
  • Anita Garvin (Mrs. Laurel)
  • Tiny Sandford (Oberkellner)
  • Baldwin Cooke (Kellner)
  • Frank Holliday (Sänger)
  • Jean De Briac (Gewehrverkäufer)
  • Dick Gilbert (Mann an der Telefonkabine)
  • Vladimir Gueteron (Kapellmeister)
  • Charlie Hall (Taxifahrer)

        

Inhalt:

Stan Laurel hat es schlecht getroffen. Seine liebreizende Gattin führt ein strenges Regiment und erlaubt ihm nicht, überhaupt nur dran zu denken, abends mal auszugehen. Olli versucht, Stan in den Regenbogenclub zu locken. Beim ersten Anruf fragt Olli, ob Stan am Apparat ist. Dieser sagt nur "Ja" und legt wieder auf, genau wie bei den weiteren Versuchen. Da Stan unter misstrauischer Beobachtung seiner holden Gattin steht, traut er sich nicht, mit Olli zu sprechen. Olli muss ständig die Telefonnummer in einem dicken Telefonbuch neu nachschlagen und erzeugt aus Ärger über Stan eine Rückkopplung. Endlich kommt Olli durch, hat dann aber Mrs. Laurel an der Strippe. Die gibt vor, überhaupt nichts gegen ein Gespräch zwischen Stan und Olli zu haben, und will sich in die Küche zurückziehen. Tatsächlich lauscht sie aber über einen Zweitapparat in der Küche mit.

So erfährt sie, dass die beiden sich noch einen vergnüglichen Abend machen wollen. Olli schlägt vor, Stan solle an sich selbst ein Telegramm schicken, mit der Aufforderung zu einer wichtigen geschäftlichen Besprechung. Olli fragt noch, ob Stan etwas zu trinken mitbringen kann. Was Stan bejaht, denn er habe noch eine Flasche Likör aus der Zeit vor der Prohibition. Der Likör, den Stan mitbringen soll, wird von seinem verständnisvollen Weibchen jedoch gegen einen Spezialsud ersetzt (in der Synchronisation ist von gepfefferter Seifenlauge die Rede, im Original von kaltem Tee mit Tabasco).

Nach dem Telefonat spielt Stan auf das Klingeln von Olli vor der Haustür akkustisch den Empfang eines Telegramms in einer dringenden geschäftlichen Angelegenheit. Vor seiner Frau spielt Stan nun den Verärgerten, weil er so spät noch weg muss. Im Regenbogenclub angekommen, wird die mitgebrachte Flasche unter dem Tisch versteckt, und bei Bedarf die Gläser gefüllt. Ein Konzept, das Stan nicht auf Anhieb versteht, weil er zunächst die Flasche mitten auf dem Tisch präsentiert. Auch das Ziehen des Korkens sorgt für Aufsehen, weil dabei der ganze Tisch in den Raum katapultiert wird. Den beiden scheint es trotzdem zu schmecken, auch wenn Olli beim ersten Schluck schauderhafte Grimassen zieht. Aufgrund des vermeintlich gestiegenen Alkoholpegels scheinen sie sich gut zu amüsieren.

Das ändert sich, als ein Sänger an den Tisch kommt, und eine besonders Stan zu Herzen gehende Ballade anstimmt. Die beiden finden ihre gute Laune aber schnell wieder, und Stan setzt sich einen Sektkübel auf. Der Oberkellner kann sich für diese Idee aber gar nicht erwärmen, und es kommt zu einer kleinen Auseinandersetzung. Inzwischen ist von den beiden unbemerkt auch Stan´s Gattin eingetroffen. Vorsorglich hat sie sich unterwegs noch ein Gewehr gekauft. Stan bekommt unterdessen einen Lachanfall, in den nach einiger Zeit auch Olli einstimmt. Die beiden kriegen sich nicht mehr ein, bis Olli aus dem Augenwinkel heraus Stan´s Gattin erblickt. Nach einer kurzen Schrecksekunde und dem Einwurf von Stan, was wohl seine Alte sagen würde, wenn sie ihn hier sähe, wird das Gelächter umso kräftiger fortgesetzt.

Als jedoch die Gattin erklärt, dass das Gesöff gar kein Likör ist, setzt schlagartig die Ernüchterung ein. SIe beginnt nun, das Gewehr auszupacken, und Stan und Olli fliehen aus dem Lokal. Ein gezielter Schuss lässt das Taxi auseinanderfallen, mit dem die beiden flüchten wollten.


       

Hintergrund:

Blotto gehörte bis dahin zu den teuersten Laurel & Hardy-Filmen. Für die aufwändige Nachtclubszene wurden über 200 Statisten engagiert. Blotto war auch der erste Film, der eine Länge von drei Rollen besaß. Alle bisherigen Filme sind stets nur zwei Rollen lang gewesen, aber hier gab es so viel gutes Material, dass eine längere Version möglich wurde. Die Länge eines Kurzfilms richtete sich bei Roach nicht nach kommerziellen Erwägungen, sondern allein künstlerische Gesichtspunkte waren dafür maßgebend.

In diesem Film gibt es viele großartige Momente. Einer davon ist sicherlich, als Stan mit den Ohren wackelt, nachdem er seine Frau erblickt hat. Diese Kunstfertigkeit war Stan keineswegs angeboren, sondern wurde von den Studiotechnikern bewerkstelligt, indem man hinter Stans Ohren mit Klebeband Fäden befestigte, an denen man dann zog. Das ganze wurde mit einer Geschwindigkeit von 8 bis 12 Bildern pro Sekunde gedreht und wirkte dann bei der normalen Filmgeschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde sehr schnell.

Von Blotto wurde auch eine spanische und französische Version hergestellt. Die Hintergrundmusik, die man heute hört, wurde erst 1937 anlässlich einer Wiederaufführung hinzugefügt. Sie setzte sich zusammen T. Marvin Hartley´s Musik zu Way Out West und aus LeRoy Shield´s Melodien zu Our Relations.

In Blotto findet sich die deutlichste Anspielung auf die amerikanische Alkoholprohibition von 1919-1933. Stan spricht explizit von einer Flasche Schnaps, die vor der Prohibition auf die Seite geschafft wurde. Diese wird von den beiden auffällig unauffällig in den Club geschmuggelt, um sich in Stimmung zu trinken, und bestellen nur eine Flasche Sodawasser. Leider hat jedoch Stan´s Gattin Wind davon bekommen, und den Inhalt gegen "gepfefferte Seifenlauge" ausgetauscht. Im Original ist nur von "kaltem Tee mit Tabasco" die Rede.

Eine erste Symchronfassung erschien in den 1950er Jahren unter dem Titel "Jubel, Trubel, Heiterkeit" mit Arno Paulsen und Walter Bluhm, die leicht gekürzt war. 1961 entstand bei Beta-Technik mit den gleichen Sprechern eine zweite Version unter dem Titel "Dick und Doof als Nachtschwärmer". Diese Fassung wurde auch für die ZDF-Serie Dick und Doof verwendet, ergänzt durch ein paar Kommentare von Hanns Dieter Hüsch.




Bildnachweis:

  • Ronald Grant Archive
  • Britisch Film Institute
  • Kinowelt GmbH
  • Kirch Media Group
  • Centre for Contemporary Arts
  • ZDF
  • Kabel 1
  • SAT 1
  • arte
  • WDR



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