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Schilfwühlmäuse (Microtus fortis)

 

 

        

Schilfwühlmäuse sind eine Wühlmausart die in Ostasien, z.B. der Mongolei und Teilen Sibiriens und Chinas vorkommt. Sie sind tagaktiv und leben meist in Ufernähe, also in feuchten Gebieten und ernähren sich von Gras, Wurzeln, Schilf und auch Insekten.

In der Heimtierhaltung sind sie sehr aktive Tiere, deren Beobachtung viel Freude macht und ihre natürliche Neugier läßt sie schnell futterzahm werden.   

Dennoch sind es keine Streicheltiere und somit für Kinder nur sehr begrenzt geeignet. Da Schilfwühlmäuse soziale Tiere sind, müssen sie mindestens zu zweien gehalten werden.

Haltung

Schilfwühlmäuse brauchen entsprechend ihrer natürlichen Lebensweise eine sehr hohe Einstreuschicht, daher eignen sich für die Haltung Aquarien ab 80x35x40, gern größer, am besten. Als Einstreu ist Erde die beste Wahl, da die Tiere es gern feucht haben und Kleintierstreu u.ä. dabei viel zu leicht schimmelt. Entweder man nimmt ungedüngte Blumernerde oder nutzt die feine Cocoserde, die es in Ziegelform im Terrarienhandel gibt (die im Gartencenter oder Baumarkt erhältliche Variante ist oft vorgedüngt, also Packungsaufschrift genau lesen). Cocoserde hält gut die Feuchtigkeit ohne je zu schimmeln. Die Ziegel werden eingeweicht, aufgebröselt, Erde wieder antrocknen lassen und dann verwenden, Verarbeitung siehe hier. Vor der Befüllung des Aquas sollten noch Äste und Korkröhren eingebracht werden, diese sind sehr beliebt und der Ausgangspunkt für den späteren Bau von Gängen und Höhlen. Übliche Etagentische sind eher kurzlebig, besser sind Balkenstücke als Etage, die werden nicht so rasch zerlegt. Für den Anfang eignen sie sich als Platz für den Wassernapf, später wird dieser einfach auf die Erdschicht plaziert (die Etage ist irgendwann im Untergrund). Das Becken sollte mit mind. 15 cm Erde gefüllt werden und oben auf eine ordentliche Portion Heu, was die Schilfwühlmäuse dann selbst in die Erde einarbeiten und auch fressen. Die Schicht wächst mit der Zeit durch die Bau- und Grabaktivität der Tiere an.

Von Stroh ist generell abzuraten, es fällt bei der Getreideproduktion an und ist viel zu oft mit reichlich Chemie belastet, die die Wühlmäuse vergiften kann - man darf neben Insektiziden nicht vergessen, dass heimische Wühlmausarten in Getreidefeldern ungeliebte Gäste sind und entsprechend bekämpft werden.

Als Höhlen sollten keine glasierten Tongegenstände verwendet werden, alles muss Feuchte-durchlässig sein, um Staunässe und Fäulnisgefahr zu vermeiden.

Der Wassernapf sollte an einer Aquarienseite plaziert werden, denn die Wühlmäuse panschen gern damit und wenn man den Napf täglich dort ausleert und neu füllt, behält bzw. bekommt das Substrat die richtig Feuchte, eine Seite sollte eher trocken gehalten werden und dort wird auch täglich neues Heu nachgelegt, die andere Seite ist die sumpfige Ecke. So sehr die Schilfwühlmäuse ihren Sumpf lieben, zu nass darf es nicht sein und auch ihr unterirdisches Nest wird im trockenen Bereich gebaut.

Man kann den Wühlmäusen auch ein "Planschbecken" einrichten, doch sollte dann das Aqua mind. 120x50 oder noch größer sein, sonst wird durch das Planschbecken die gesamte Erde zu nass. Man darf auch nicht enttäuscht sein, wenn die Tiere ihr schönes Wasserbecken zubuddeln, es sind Wühlmäuse die gern "moddern", sich aber immer ins Trockene zurückziehen.

Hier als Beispiel die Entwicklung eines 80er Aquas im Verlauf von etwa drei Monaten

am ersten Tag frisch bezogen:

rechts ist der feuchte Bereich, Höhlen und Gänge sind überall, aber Schlafnester links,

z.B. am linken Rand mittig dies:                    

 

Ernährung

Die Tiere benötigen sehr viel Frischgrün (Wiesengrün, Löwenzahn, Feldsalat, Rucola, Chicoree, ...), dazu Wurzeln (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln, rote Beete, Sellerie....), gelegentlich Gurke und immer eine Mischung an Kleinsämereien sowie ab und an Insekten. Entsprechend ihrem natürlichen Nahrungsspektrum gehören Nüsse und Obst auf gar keinen Fall auf den Speiseplan und der Anteil fetthaltiger Sämereien darf nicht zu hoch sein. Gutes Heu sollte täglich gegeben werden, einserseits als Nahrungsbestandteil, andererseits verarbeiten die Tiere es in ihren Gängen und Höhlen.

Von der Verfütterung handelsüblicher Nagerleckereien ist dringend abzuraten! Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne dürfen in geringer Menge verfüttert werden. Als "extra" kann man ab und zu das "Degu spezial" von der Firma JR geben, es ist jedoch kein Grundfutter-Ersatz!

ausgewogenener Kleinsaaten-Mix           

Beispielfoto aus einer Tüte Degu Spezial  

 

Gesellschaft

Schilfwühlmäuse müssen mindestens zu zweien gehalten werden, dies kann ein Paar sein oder auch eingeschlechtlich Brüder oder Schwestern eines Wurfes.

Die gleichgeschlechtliche Haltung ist möglich, wenn sich die Tiere von klein an kennen, also aus einer Familie stammen und niemals einen Geschlechtspartner hatten. Von der Vergesellschaftung adulter Schilfwühlmäuse gleichen Geschlechts ist dringend abzuraten, die Tiere können sich töten, was ein natürliches Verhalten ist, da sie in freier Wildbahn keine fremden Tiere im Territorium dulden.

Wer züchten möchte, sollte mit einem Paar beginnen. In der Natur mag ein Bock mit mehreren Weibchen leben oder zeitweise leben, doch in der begrenzten Fläche eines Aquas, egal wie groß dies auch ist, ist die Toleranz niedriger, daher wird sich meist ein Alpha-Paar bilden und nur dies bekommt zusammen Jungtiere. Geschwister des Paares sind insofern ein Konfliktpunkt, als sie im Rang nicht tief genug stehen, um Konflikte von vornherein auszuschließen, d.h. es kann durchaus zu ernsthaften Kämpfen kommen, Weibchen können sich gegenseitig die Jungtiere töten. Auch wenn so etwas nicht immer vorkommt, ist es sicherer mit einem Paar eine Familiengruppe zu gründen. Zur Familie gehören alle geborenen Jungtiere, diese werden lange Zeit geduldet, doch wenn es zu viele Tiere werden, steigt der Stresspegel und die Konflikte untereinander nehmen zu, es kann zu stressbedingter Schwächung rangniederer Tiere kommen, Würfe werden nicht mehr oder nur zu ein, zwei Jungtieren großgezogen. Das ist der Zeitpunkt ab dem allerspätestens rangniedere Tiere in ein anderes Becken ziehen müssen.

Einzelne adulte Tiere sollten mit einem Tier des anderen Geschlechts vergesellschaftet werden, was in der Regel problemlos in einer mit Streu und etwas Heu sowie Futter versehenen Transportbox mit etwa Din A4 Maßen erfolgen kann.

 

Mutter mit Babys im unterirdischen Nest (abseits der Höhle der übrigen Gruppenmitglieder)

bevor die Mutter das Nest mit den Kleinen verläßt, deckt sie noch Nestmaterial über ihre Kinder