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Brandts Steppenwühlmaus (Lasiopodomys brandtii)

Brandts Steppenwühlmäuse sind eine Wühlmausart, die in Steppengebieten der Mongolei, angrenzenden Gebieten Sibiriens und dem Nordosten Chinas vorkommt. Sie sind tagaktiv und ernähren sich von Gräsern, Wurzeln, jungen Trieben und Moosen und legen recht umfangreiche Höhlensysteme an, in denen sie leben.

In der Heimtierhaltung sind sie aktive Tiere, die man tagsüber häufig sieht. Allerdings sind es keine Streicheltiere, sie werden womöglich futterzahm, doch mehr sollte man nicht erwarten, für Kinder sind sie somit recht ungeeignet. Als Beobachtungstiere sind sie sehr interessante Pfleglinge, die vor Gefahren und unbekannten Personen mit schrillen Pfeiftönen warnen, woraufhin alle Tiere blitzartig in die Höhlen verschwinden.

Da Brandts Steppenwühlmäuse soziale Tiere sind, müssen sie mindestens zu zweien gehalten werden, dies kann ein echtes Paar sein, eine Familiengruppe oder auch gleichgeschlechtliche Tiere - allerdings sollten diese nie einen Geschlechtspartner gehabt haben und möglichst Wurfgeschwister oder Jungtiere aus einer Familie sein.

 

 

 

Haltung

Am besten eignen sich Aquarien oder auch Terrarien, wenn diese das untere Lüftungsblech in entsprechender Höhe haben, das unterste Mindestmaß ist ein 80er Becken für 2 Tiere, je größer das Becken, umso besser für die Tiere, und desto größer darf die Gruppe sein. Wer eine größere Familiengruppe pflegen möchte, sollte aber auch nicht sehr über ein 120er Becken hinausgehen, sonst besteht die Gefahr von Revierbildung und ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, bei zwei Tieren besteht dieses Problem nicht.

Als Einstreu eignet sich sowohl übliche Kleintierstreu wie auch Cocoserde (ungedüngte Briketts aus dem Terraristik-Bedarf, näheres siehe Schilfwühlmaustext, Verarbeitung siehe hier), wichtig ist eine Schicht von mindestens 15 cm Dicke, auf die noch eine ordentliche Schicht Heu aufgebracht wird. Cocoserde hat gegenüber der Kleintierstreu den Vorteil einer natürlicheren Bodenschicht, und man muss im Vergleich zur Kleintierstreu seltener das Becken grundreinigen, also den Tieren seltener die Gangsysteme zerstören. An Einrichtungsgegenständen eignen sich Höhlen aus Keramik und vor allem Korkröhren, Korkhalbröhren (je mehr Tiere desto mehr fertige Höhlenverstecke) und dickere Äste. Sinnvoll ist auch eine Etage, auf der der Trinknapf steht, und eventuell eine flache Schüssel mit Sand, die häufig als Kloecke angenommen wird.

Aus dieser "Grundausstattung" bauen sich die Tiere ihre Wohnlandschaft, die hauptsächlich in einem ausgedehnten Gangsystem mit mehreren Kammern und Höhlen besteht. Das Heu wird zum Teil gefressen, aber überwiegend in die Bodenschicht eingearbeitet und sollte auch regelmäßig nachgereicht werden, die Bodenschicht wächst damit langsam an. Röhren werden gern als "Treppe" zu einer Etage genutzt, Äste und Kork angenagt und zerlegt, was auch der Abnutzung der Zähne dient.

Von der Verwendung von Stroh ist generell abzuraten, es fällt bei der Getreideproduktion an und ist viel zu oft mit reichlich Chemie belastet, die die Wühlmäuse vergiften kann. Da es überflüssig bei der Haltung von Kleinnagern ist, kann das Risiko leicht umgangen werden, Heu ist die sinnvolle und hochwertige Alternative.

  

 

Ernährung

Die Steppenwühlmäuse benötigen entsprechend ihrem natürlichen Nahrungsspektrum viel Frischgrün (Wiesengrün, Löwenzahn, Feldsalat, Rucola, Chicoree, ...), etwas Wurzelgemüse  (Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln, rote Beete, Sellerie....), dazu Gurke und immer eine Mischung an Kleinsaaten sowie ab und an Insekten, z.B. Heuschrecken. Moos wird gern genommen, manchmal nur als Nistmaterial, ist aber nicht unbedingt notwendig. Obst in jeglicher Form und Menge ist absolut tabu. Der Anteil fetthaltiger Sämereien darf nicht zu hoch sein. Gutes Heu sollte mehrmals die Woche gegeben werden.

Von der Verfütterung handelsüblicher Nagerleckereien ist dringend abzuraten! Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne dürfen in geringer Menge verfüttert werden. Als "extra" kann man ab und zu das "Degu spezial" von der Firma JR geben, es ist jedoch kein Grundfutter-Ersatz!

ausgewogener Kleinsaaten-Mix              

Beispielfoto aus einer Tüte Degu Spezial  

 

 

Gesellschaft

Brandts Steppenwühlmäuse müssen mindestens zu zweien gehalten werden, dies kann ein Paar sein oder auch eingeschlechtlich.

Die gleichgeschlechtliche Haltung ist möglich, wenn sich die Tiere von klein an kennen, also aus einer Familie stammen und niemals einen Geschlechtspartner hatten. Von der Vergesellschaftung adulter Steppenwühlmäuse gleichen Geschlechts ist dringend abzuraten, die Tiere können sich töten, was ein natürliches Verhalten ist, da sie in freier Wildbahn keine fremden Tiere im Territorium dulden.

Wer züchten möchte, sollte mit einem Paar beginnen. In der Natur mag ein Bock mit mehreren Weibchen leben oder zeitweise leben, doch in der begrenzten Fläche eines Aquas, egal wie groß dies auch ist, ist die Toleranz niedriger, daher wird sich meist ein Alpha-Paar bilden, und nur dies bekommt zusammen Jungtiere. Geschwister des Paares sind insofern ein Konfliktpunkt, als sie im Rang nicht tief genug stehen, um Konflikte von vornherein auszuschließen, d.h. es wird zu ernsthaften Kämpfen kommen, Weibchen können sich gegenseitig die Jungtiere töten. Zur Familie gehören alle geborenen Jungtiere, diese werden lange Zeit geduldet, doch wenn es zu viele Tiere werden, steigt der Stresspegel, und die Konflikte untereinander nehmen zu, es kann zu stressbedingter Schwächung rangniederer Tiere kommen, Würfe werden nicht mehr oder nur zu ein, zwei Jungtieren großgezogen. Das ist der Zeitpunkt, ab dem allerspätestens rangniedere Tiere in ein anderes Becken ziehen müssen. Auch wenn die Fortpflanzungsperiode eines Paares abgeschlossen ist, kann es dazu kommen, dass die eigenen Nachzuchten nicht mehr im Revier gewünscht werden bzw. die Konflikte zwischen den "Alttieren" und jüngeren, die sich nun statt der Eltern fortpflanzen möchten, zunehmen, in diesem Fall hilft nur Trennung. Die Alttiere müssen "allein als Paar" wohnen, und aus den Nachzuchten lassen sich weitere Paare oder gleichgeschlechtliche Gruppen zusammenstellen.

Einzelne adulte Tiere sollten mit einem Tier des anderen Geschlechts vergesellschaftet werden, was in der Regel problemlos in einer mit Streu und etwas Heu sowie Futter versehenen Transportbox in etwa Din A4 Maßen erfolgen kann.

 

Beispielterrarien/-Aquarien

 

Aqua mit Streu vor Heugabe, da sieht man noch die Einrichtung

 

nach Heugabe

 

ein mit Erde als Einstreu eingerichtetes Becken nach dem Einrichten

 

 

nach einiger Zeit und regelmäßigen Heugaben