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Yorki Teddy




Teddy ist etwas ganz besonderes für mich und sie hat auch ihr ganz eigene Geschichte was sie zu etwas ganz besonderem macht.

1992 , damals gab es noch den Buß-und Bettag hier bei uns, war ich bei meiner Tante auf dem Dorf . Dort war Weihnachtsbazar und bei der Tombola gewann ich eine Fleischwurst . Auf dem 75 km langen Heimweg fuhr ich wie immer auf einer Strasse mitten durch den Wald. Im Fernlicht sah ich weit vor mir auf der Gegenfahrbahn etwas auf der Strasse flattern, naja dachte ich .....bestimmt eine Zeitung oder ähnliches.
Wie ich etwas näher kam erkannte ich das das Ding vier Beine hatte , bestimmt ein Igel oder so ....
Im Vorbeifahren war mir dann klar das es ein kleiner Hund war, ich habe angehalten, mitten im Wald, Fernlicht habe ich angelassen gg

Das kleine Hündchen rannte erstmal panisch weiter.....ich hab gepfiffen....und nochmal gepfiffen da drehte sie sich um und kam in meine Richtung gelaufen, aber leider nicht direkt zu mir sondern schnurstracks unters Auto, und zwar so das ich nicht drankommen konnte.

Da fiel mir die Wurst von der Tombola wieder ein. Schicksal??
Ich hielt sie so wie sie war unters Auto und dieser kleine Hund biss sich sofort darin fest. Ich habe sie dann mit der Wurst unter dem Auto hervorziehen können , aber wie ich sie anfasste war ich so dermassen erschrocken ( ich war da in der Ausbildung zur Tierpflegerin und eigentlich schon einiges gewöhnt) das ich sie gleich wieder losgelassen hab. Boah war dieser Hund ekelhaft.
Sie dann wieder gleich unters Auto , völlig verängstigt und ich habe wieder die Wurst hingehalten. Wieder hat sie sich festgebissen und diesesmal war ich vorbereitet und habe nicht wieder losgelassen. Ich habe sie am Nacken gepackt und erstmal in den Fussraum von der Beifahrerseite gesetzt. Igitt was hat sie gestunken.

Ich bin dan zurück zu meiner Tante , zu einem war ich noch ganz da in der Nähe falls jemand diesen Hund sucht und zu anderem hatte sie alles für einen Hund da da sie selbst einen hatten, ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Bei ihr angekommen haben wir uns dieses Häufchen Elend erstmal genauer angeschaut und schnell war klar das die arme Maus schwer misshandelt worden war.
Sie hatte Fell das nichtmal zwei cm lang war, aber dieses war total verfiltzt. An den Beinen hatte sie so Puschen wie Königspudel, sie hatte Schnitte in den Ohren von einer Schere, sie war völlig ausgehungert und Knochenmager, mehr Tod wie lebendig.
Und Angst hatte sie vor alles und jeden.

Der Tierarzt meinte noch eine Nacht draussen hätte sie nicht überlebt und schätze sie auf 1-2 Jahre.
Sie bekam viele Infusionen und Antibiotika.

Wir haben nie versucht den Besitzer ausfindig zu machen.....auch der Tierarzt meinte das sie misshandelt worden war.

Wir mussten das Fell noch kürzer schneiden, was kaum möglich war so panisch reagierte sie darauf, 2 Leute haben festgehalten und einer vorsichtig das Fell bearbeitet, sie bekam auch ein Mäntelchen für diesen Winter ....das einzige mal bis heute gg

Sie erholte sich Tag für Tag, ich habe sie bei meiner Tante gelassen weil wir eigentlich nicht wirklich die Zeit für einen Hund hatten. Damals wohnte ich noch zu Hause und sowohl ich wie auch meine Mutter waren den ganzen Tag arbeiten.

Eine Woche später war sie dann überm Berg....aber noch lange nicht wieder Hund !

Wir tauften sie Teddy





Über ein halbes Jahr lang hat man nicht gemerkt das da noch ein Hund im Haushalt wohnte, sie versteckte sich nur....hinter der Couch, unterm Bett und wie meine Tante einen Wasserrohrbruch hatte sogar zwischen der Badewanne und den Fliesen, weil diese herausnehmbaren Fliesen an der Wanne eben raus waren.
Wenn man mit ihr raus wollte musste man sie erstmal suchen, fressen ging sie nur Nachts oder wenn keiner da war.

Mensch war das schön als sie das erste mal von alleine auf einen zu kam!

Fast ein Jahr nachdem ich sie gefunden hatte , hatte meine Tante schweren Herzens den Entschluss gefasst Teddy abzugeben...sie war zu dem Zeitpunkt hochschwanger und meinte mit Kinderwagen und 2 Hunden würde es ein wenig schwierig.

Sie haben zuerst uns gefragt, und wir haben sofort ja gesagt, der Gedanke das sie zu Fremden kommt zerriess mir das Herz. Irgendwie würden wir das schon hinbekommen.

Ich konnte sie dann ein weiteres Jahr lang nicht von der Leine lassen, es reichte wenn 10 Meter neben ihr ein Vogel landete, dann wurde sie panisch und rannte weg, oder wenn etwas Laub über die Strasse fegte ( es erinnerte sie wohl an den Wald) , auch wollte sie lange nicht im Park oder im Wald spazierengehen, da klemmte sie sofort den Schwanz ein ( der übrigens auch kupiert ist ) und drehte um.So gross war ihr Vertrauen zu uns bis dahin noch nicht.

Aber mit der Zeit wurde es immer besser und irgendwann haben wir dann den Punkt verpasst ihr doch mal ein paar Grenzen zu zeigen, wir wollten es uns ja auch nicht mit ihr verscherzen ;-)
Sie wurde immer selbstbewusster und entwickelte sich zu einem kleinen , sturen Terrier.





Sie wurde unsere Prinzessin und hat uns bis heute voll im Griff.

Meine Mutter kaufte sich irgendwann eine neue Couch, ziemlich hell, und wir wollten ihr dann doch mal abgewöhnen immer auf der Couch zu liegen. Was soll ich sagen ?? Sie hat gewonnen und wir haben Decken auf die Couch gelegt und den Kampf nach einigen Wochen aufgegeben.

Wie ich zu Hause auszog haben wir uns darauf geeinigt das sie bei meiner Mutter bleibt, ich hatte einen Freund und meine Mutter war ganz alleine ( was den Auszug für mich eh schwer machte ), aber dann ist Mutti einmal mit ihr zu Fuss zu mir gekommen, seitdem zog Teddy immer in die Richtung in der ich wohnte, also entschied meine Mutter das der Hund wohl doch besser bei mir aufgehoben wäre.

Das wir den ganzen Tag arbeiten mussten juckte Teddy überhaupt nicht, war sie doch einfach nur glücklich endlich Hund sein zu dürfen und gut behandelt zu werden.





Sie ist bis heute so dankbar.

Immer wenn starke Veränderungen in meinem Leben auftauchten ( Auszug, Trennung oä) reagierte Teddy darauf mit stark blutigem Durchfall und Erbrechen....jedesmal Infusionen und sie war wieder nur ein Häufchen Elend.
Es musste 3 oder 4mal passieren bis mir der Gedanke kam das das vielleicht auf psyschischer Basis zurück zu führen sein könnte , andere Anhaltspunkte gab es dafür nicht und auch die Tierärztin meinte das das gut sein könnte.
Also ihr hingen immer noch die Sachen aus ihrer Jugend nach.

Ansonsten machte sie sich prima, sie wurde ein richtiger Hund. Sie rannte an den Zaun um andere zu verbellen ( Immer im Blick ob ihr "grosser Bruder " Rusty, der mittlerweile bei uns eingezogen war und leider auch schon verstorben ist in ihrer Nähe war um ihr zu helfen gg ) , sie ging im Rhein schwimmen und zeigte allen Hunden die Zähne die ihr zu aufdringlich waren. Es machte ihr Spass Hühner auf zu scheuchen oder sich genüsslich auf einer Wiese zu wälzen, und mit der Zeit vertraute sie mir dann auch grenzenlos , das merkte ich vor allem auch daran das ich ihr mittlerweile alleine das Fell schneiden konnte ohne das sie jemand festhalten musste und sie keine Panikattacke mehr bekam. . Und wenn sie keinen Bock mehr auf spazieren gehen hatte drehte sie sich einfach um und ging nach Hause ( die ersten Male war ich ziemlich erschrocken als sie plötzlich weg war ) aber sie wartete immer vor der Haustür auf mich damit ich endlich die Tür aufmachte und sie auf ihre geliebte Couch konnte.

Wie sie 15 Jahre alt war bekam sie eine schwere Gebärmutterentzündung, wenn man an ihre Zitzen kam spritze dort im hohen Bogen der Eiter raus so schlimm war es. Ich dachte sie überlebt die OP nicht, nicht in ihrem Alter. Die Tierärztin hat über einen Liter Blut und Eiter aus der Gebärmutter geholt, bei einem Hund der gerade mal 7 Kilo wiegt ist das ganz schön heftig.
Ich hatte Angst und habe um Teddys Leben gebangt....aber sie selbst sah das wohl eher etwas lockerer , nur 2 Tage nach dieser Totaloperation ist sie schon wieder auf die Couch gesprungen und war schon fast wieder die Alte !

Heute ist Teddy 18 Jahre alt, sieht kaum noch was, hört kaum noch was und hat kaum noch Zähne.
Sie schläft fast den ganzen Tag .
Aber sie kommt immer noch selber hoch in die erste Etage, sie muss ja jede Stufe springen , sie ist ja klein, für sie ist das jedesmal wie eine Bergbesteigung!

Für ihr Alter ist sie noch erstaunlich fit finde ich !





Sie wird immer meine kleine Prinzessin bleiben !!





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