Harry und Karin Grunewald, Kapstadt, Südafrika
 

 

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ERSTE ABENTEUER VON HARRY, DEM BRUCHPILOTEN . . .

Ich dachte immer, nun, so als uralter Pensionär, wäre ich befreit von meinem ehemaligen Job als Helikopterpilot. Aber: weit gefehlt.



Nun endlich habe ich mir einen Wunschtraum erfüllt und ein so kleines funkferngesteuertes Spielzeug gekauft. Diese Dinger gibt es fast flugfertig in einem riesigen ALU-Koffer, ganz toll. Im Geschäft in der Waterfront wurde das Teil auf Funktionalität geprüft, prima, alles funktionierte gut.
Zu Hause dann wurde erst mal die Batterie aufgeladen, dann im Esszimmer ein erster Startversuch unternommen. Ich wollte ja noch nicht abheben mit dem Ding, nur so ein bischen rumspielen, die verschiedenen Servos ausprobieren, den Rotor ein kleinwenig drehen lassen.
Was alles so wunderbar im Geschäft funktionierte - der Rotor wollte einfach nicht bei mir drehen. Also - Beschreibung her und nachschauen! Da steht recht viel drin, aber nichts, was man gebrauchen kann, alles Made in China, billig und     -   nicht ganz so gut!
Also nochmals ein Versuch: Plötzlich sprang das Ding an, es fing fürchterlich an zu drehen und endete mit einem riesigen Satz auf meinem Schoß, wurde von meinem Brustkorb und linken Daumen abgebremst auf Null. Resultat: Alles ein wenig lädiert, verschoben, krumm, die Brust tat mir weh und der Daumen hatte eine Aufprallmacke (Platzwunde).
Das war's erst mal für heute.
Nun bin ich am nächsten Tag nach draußen gegangen und habe vorab an das Teil einen Lasthaken angebaut, der verbunden wurde mit einem langen Seil. Dieses führte ich durch unseren Plastiktisch (mittiges Loch für den Sonnenschirm) und befestigte dieses dann an einem Backstein. Jetzt konnte das Vieh nicht mehr abhauen, war also ein wenig angebunden. Nun war das Üben recht einfach, aber auch sehr kompliziert. Vernünftig in den Schwebezustand habe ich den Apparat nicht bekommen, der knallte nur wie ein wildgewordener Handfeger auf dem Tisch herum und sägte mit dem Heckrotor böse Schrammen in unseren Tisch.

   

Einige Fotos von diesem herrlichen Gerät, selbst ein Kreisel (Gyro) ist vorhanden!

  

Später dann habe ich einen Ring im Fußboden (auf den Pflastersteinen) installiert und daran den Copter angebunden. Auch das ging nicht gut, er will einfach nicht gefesselt sein. Er hebt ab, zieht aber immer das Seil in eine Richtung, wo er dann blockiert und sich nicht mehr steuern lässt. Also werde ich wohl oder übel einen Freiflugversuch starten müssen!
Gestern war Ulli da und ich sollte ihm meine neueste Errungenschaft zeigen und vorführen.
Der Hubschrauber stand im Guestflat im Wohnzimmer auf dem Tisch. Ich schaltete die Fernsteuerung ein, dann verband ich die Batterie mit dem Helikopter und ehe ich mich versah, war auch schon das Unglück da: der Hubi machte sich sofort selbständig,  hob mit einem wahren Prachtsatz ab, krachte unter die Zimmerdecke, zersägte die Blinds vor dem Fenster, sauste um unsere Köpfe herum und knallte zwischen Blumenvasen und Obstschalen ungesteuert auf den Tisch - die Brocken flogen nur so durch die Gegend, und wir schauten total entgeistert mit entgleisten Gesichtszügen blass geworden dem ganzen blöden Unheil untätig und reaktionslos zu! 
Nun sind die Hauptrotorblätter kaputt, ich muß erst mal neue besorgen.
Als wenn ich das alles nicht schon einmal gehabt hatte: Nur damals kostete ein Satz Hauptrotorblätter etwas mehr als 480.000,- DM, das entsprach in etwa 5,75 Mio. Rand! Nun hoffe ich, dass diese Blätter nicht ganz so teuer sein werden...
Und mein Freund Ulli spricht nun allen Ernstes von einem böswillig unternommenen Mordversuch an seiner Person meinerseits ..... und ich kontere mit Neugierigkeit und Missachtung der Unfallsicherheit (kein Helm getragen) seinerseits! Nur in 1 cm Entfernung sei alles an seinem Kopf vorbeigedonnert, er hätte den böswilligen Luftdruck und kreischenden Lärm ganz genau gespürt! Wer's glaubt... Jedenfalls habe ich ganz bestimmt die Hochachtung als Superpilot bei Ulli verspielt - im wahrsten Sinne des Wortes!
Also steht das Abenteuer des ersten Freifluges noch aus, sicherlich oder sogar sehr bestimmt ohne Zuschauer und Besserwisser!
 Ich werde berichten, wenn ich das Ding repariert habe und den ersten Alleinflug überlebt habe!




 

Schon als Kind war ich begeistert von Eisenbahnen, das lag wohl am Beruf des Vaters, der als Lokführer Fernzüge deutschlandweit gefahren hatte. Früher gab es die geniale Spurweite H0 von Märklin, Fleischmann, Roco und Trix, die natürlich sehr gut zum Spielen geeignet war.

Wollte man eine größere Anlage aufbauen, war schnell ein ganzes Zimmer mit Eisenbahn belegt.


  Aber dieses nun für Afrika?


Eigentlich unmöglich, allein schon wegen des Transportes. Und mal ehrlich: ein ganzes Zimmer habe ich hier nicht zur Verfügung für eine Eisenbahn.

Also wurden Alternativen gesucht.

So bin ich bei Märklin auf eine richtig geniale Spurweite gestoßen, nämlich die mini-club SPUR Z im genialen Maßstab von 1:220.


 


Ich liebe alles, was sehr klein und niedlich ist!

...je größer meine Hände, desto kleiner das tolle Spielzeug...

...je kleiner das Spielzeug, desto größer die Herausforderung für mich...


Im Fachhandel informierte ich mich zunächst über die Preise - und schon wurde diese ganze Aktion als nicht finanzierbar ad acta gelegt. Trotzdem - immer wieder zog es mich vor die Schaufenster dieser Spielzeugläden.

Dann, bei einem Besuch unserer Tochter in Schleswig-Holstein, lernte ich einen Hotelier kennen, der seinen gesamten Dachboden als Eisenbahnanlage eingerichtet hatte. Unglaubliche 175 m² Eisenbahn - sagenhaft. Der gab mir dann den Tip, es doch mal bei Versteigerungen zu probieren. Bei Märklin als auch bei eBay wurde ich fündig und konnte mehrere Züge, Trafos, Lokomotiven und Gleismaterial einschließlich Weichen und Signale ersteigern.


Aber nun folgte die nächste Frage: Wo soll die Anlage hier in unserem kleinen Häuschen aufgebaut werden?

Zunächst hatte ich einen großen Samsonite-Hartschalenreisekoffer, der schon extra für diesen Zweck von Kassel nach Kapstadt transportiert wurde, als Einbauort für die Bahn vorgesehen. Nach reiflicher Überlegung wurde der Plan dann doch als zu klein und mickrig verworfen.


Dann hatte ich die gute Idee:

Im Esszimmertisch sollte doch Platz genug für eine tolle Anlage sein!

Schon begann die Planung am Computer.

 


Danach begann der Einbau in den Esszimmertisch im Guest Flat.

    

Also wurde unser Esszimmertisch im Guest Flat zweckentfremdet,  die Tischplatte abgeschraubt  und eine Box darunter eingebaut. In eine neu geschaffene Schublade wurde die gesamte elektrische Steuerung installiert.


   

 
Blick in die Schublade:
Links die Fahrregler für 5 verschiedene Stromkreise
Mittig die Schalter für Weichen, Signale und Relais
Rechts die zentrale Hauptstromversorgung 

Wenn ich dann genug gespielt habe, wird einfach die Tischplatte wieder aufgelegt und alles ist verschwunden.

Fertig

Nichts ist mehr zu sehen, alles wunderbar aufgeräumt!

  
So sieht der Tisch nun aus, wenn nicht gespielt wird

Diese gesamte Box ist mit genau 4 Schrauben an den Tischbeinen angeschraubt. Sollte es mal Probleme geben, 4 Schrauben lösen und alles kann in eine Ecke gestellt werden und der Tisch ist wieder als Tisch - ohne Macken - voll einsetzbar.
Auch könnte man diese Box irgendwie mit Seilzügen an die Decke hängen und bei Bedarf herunterlassen - mal sehen, was die Zukunft bringt.

 
Zunächst wurde ein Gleisplan entworfen - direkt am Computer, dann auf der Sperrholzplatte im Tisch nachgebaut.

Damit alles gut elektrisch funktioniert, wurde dieser Gleisplan am Computer mit den entsprechenden Trafos, Stellpulte, Schalter, Stecker, Relais und Leitungen zeichnerisch erweitert und dann ebenfalls im - unter - hinter - in der Tischschublade - des Esszimmertisches mühsam verkabelt

 
Wie einfach - oder auch kompliziert so ein Plan aussieht, dokumentiere ich mit dieser Originalzeichnung.

Jedenfalls funktioniert alles recht gut, 11 verschiedene Züge habe ich im Einsatz, von denen 7 sich auf der Anlage tummeln und 4 vor den Signalen warten müssen, bis die Strecke für sie freigeschaltet wird.
Ein Signal auf HALT geschaltet läßt auch den Zug auf meiner Anlage automatisch davor stoppen.
Bei Wechselstromanlagen ist diese Schaltung relativ einfach, bei Gleichstromanlagen doch äußerst kompliziert. Und ich habe eine Gleichstromanlage!

Jeder Besucher bei uns will natürlich meine Eisenbahn sehen, vor allem die Kids stehen mit leuchtenden Augen davor und ich habe meine liebe Mühe, die kleinen Hände davon fernzuhalten... naja, ein wenig spielen und schalten und steuern dürfen sie ja schon...

Aber auch die Väter und Großväter sind begeistert...










Herrliche Flugzeugmodelle haben schon immer unsere diversen Wohnungen geschmückt, so auch hier in Afrika. Natürlich habe ich zu den meisten Modellen doch irgendeinen Bezug, sei es, ich habe diesen Flieger selbst geflogen oder irgendwelche Urlaubsreisen wurden damit durchgeführt, oder sonstwelche Erinnerungen hängen daran.

            

  

 
Das war "meine CH-53" von Sikorsky




  

 






Das wird mein nächstes Bastelobjekt - die superschöne  Super Conny -
für mich das schönste Flugzeug, das jemals gebaut wurde.

   Dieser Baukasten ist in der Zwischenzeit zu einem tollen Modell vollendet worden. Weitere Modelle kamen hinzu, sodaß ich doch eine umfangreiche Airbus-Flotte im Maßstab 1:144 aufgebaut habe.
 
 
Hier ein kleiner Ausschnitt meiner Airbus-Flotte im Maßstab 1:144
(zuzüglich Boeing 747 Jumbo und Super-Conny)



Airbus A 320                                     Boeing 747, Airbus 319, Super Conny


Airbus A 340 der AUSTRIAN  Airways "Wiener Philharmoniker"


Airbus A 340                                                                  Airbus A 380


Wenn weitere Airbusse erscheinen, wird die Serie noch vervollständigt. Aber nur im Maßstab 114, damit man den direkten und tatsächlich erstaunlichen Größenvergleich hat.



 
Hier noch einmal ein Blick in die Küche mit der Durchreiche.
Sehr schön erkennt man sowohl den Flieger als auch die Blumenbilder
und in der Glasvitrine einen Ausschnitt der Modellsammlung von Wiking.