27. Juni 2008
Grausamer Hundemord in Tabdi
Vor drei Monaten wanderte das deutsche Ehepaar L. nach Ungarn aus. Sie leben in Tabdi, einem kleinen Dorf in Südungarn, in der Nähe der Kleinstadt Kiskõrös.
L.s waren in Deutschland dem Tierschutz bereits sehr verbunden, nahmen immer wieder bedürftige Tiere bei sich auf, päppelten sie hoch, suchten neue Besitzer für sie. Wenn dies nicht möglich war, die Tiere schon zu alt oder zu krank, pflegten sie sie bis zu deren Tod.
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 Bobby-Akos
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Hier in Ungarn ist ihre vorhandene Hundezahl bereits auf sieben angewachsen, zumeist durch Streuner aus der Umgebung. Einem ihrer Hunde, dem Berner Sennen Bobby-Akos, gelang es einmal, aus dem fest eingezäunten Grundstück zu entkommen und einen kleinen Spaziergang auf der Dorfstraße zu unternehmen. Es dauerte nicht lange, der Hund war schon wieder zu Hause, da stand einer der wenigen Nachbarn vor der Tür, bewaffnet mit einem dicken Holzknüppel. „Wenn ich Ihren Hund noch mal draußen erwische, schlage ich ihn tot.“ Die L.s waren geschockt über den Hass, der aus diesen Worten sprach, und passten fortan doppelt gut auf ihre Hunde auf. |
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In der Nacht zum Montag, 23. Juni, war es dem Berner Sennenhund dann aber doch gelungen, durch ein für einen so großen Hund eigentlich viel zu kleines Loch im Zaun zu entwischen. Die L.s suchten den ganzen Tag in der Umgebung, verteilten überall Flyer, hängten Suchmeldungen auf, suchten die nächsten Tage im Umkreis von 20 Kilometern alles ab, riefen auch bei uns an, falls der Hund in unserem Tierheim (fast 50 km entfernt) abgegeben würde.
Bis Donnerstag, 26. Juni, blieb der Hund verschwunden. Mittags, gerade von der morgendlichen Suche zurück, wunderten sich die L.s über das merkwürdige Gebaren ihrer Bernerhündin Sherly-Rosemarie. Immer wieder lief sie zum Ende des Grundstücks, jaulte dort laut am Zaun. Sollte ihr vermisster Hund da hinten irgendwo sein, obwohl sie auch dort mehrfach nach ihm gesucht hatten? Sie schauten nach und machten eine grausige Entdeckung. Ihr Hund lag am Waldrand, tot, ohne weitere Anzeichen äußerer Gewalt und – ohne Kopf ...
Wir alle können sicher nachempfinden, welch tiefer Schock die L.s traf, welch furchtbares Entsetzen, welches Nicht-Verstehen-Können einer solchen menschlichen Grausamkeit! |
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Trotzdem blieben sie nicht untätig. Sie meldeten das bestialische Verbrechen noch zur gleichen Stunde bei der zuständigen Polizeibehörde in Kiskõrös. Die Polizei, zunächst noch unsicher, wie sie sich zu verhalten habe, fuhr dann aber doch noch am Abend zu ihnen hinaus, verständigte den Amtstierarzt, machte Dutzende von Fotos, war mit einem Wort „tätig“. Dazu muss man wissen, dass dies in Ungarn leider nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme ist - nach dem Motto „So ein Zirkus nur für einen Hund!“
Heute, am 27. Juni, wissen auch alle anderen Dorfbewohner, der Bürgermeister und die halbe Puszta, was in Tabdi geschehen ist.
Der „verdächtige“ Nachbar wurde bislang erstaunlicherweise von der Polizei noch nicht befragt.
Wir werden weiter berichten.