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Mein Leben

 Am 18.01.1999 kam ich zur Welt. Meine Mama ist ein Pitbull und mein Papa, den ich leider nicht kenne, ist ein Bullterrier. Ich habe auch noch Geschwister, nur leider besteht kein Kontakt zu ihnen. Zwei von ihnen hab ich mal getroffen, mehr oder weniger per Zufall und auch nur zwei oder drei mal, aber es war schön sie mal zu sehen. Einer lebt sogar in der selben Stadt wie ich, mal sehen ob wir uns nochmal über den Weg laufen. Aber jetzt erstmal wieder zu mir.
Als ich etwa zwei Wochen alt war, habe ich zum ersten mal mein Frauchen gesehen, ihr Name ist Sabrina. Da wußte ich aber noch nicht, dass sie mich adoptieren wollte, sie war erstmal nur ein Besucher bei uns zu Hause. Sie kam ein par mal vorbei und hat uns besucht.
Im Alter von 4 Wochen hat sie mich dann abgeholt und mich mit zu sich nach Hause genommen. Das war natürlich reichlich früh um von meiner Mama und meinen Geschwistern getrennt zu werden, aber da meine Mama krank war und wir Kleinen bei ihr keine Milch mehr saugen durften, ging es nicht anders.
Von diesem Zeitpunkt an ging also der Ernst des Lebens los. Mein Frauchen hat sich rührend um mich gekümmert. Sie hat mir regelmäßig meine Milch gegeben, natürlich schön warm, so wie ich es bisher auch von meiner Mama gewohnt war. Sie ist oft mit mir raus gegangen und ich hatte auch relativ schnell begriffen, dass sie es überhaupt nicht leiden mochte, wenn ich mein Geschäft in der Wohnung erledigte.
Die restlichen Familienmitglieder waren auch alle sehr nett zu mir und haben mich gleich in ihr Herz geschlossen. Keiner konnte mir wirklich böse sein, falls ich mal was angestellt hatte. Naja, außer einem Latschen, einige Socken, ein par Handschuhe und wenige Stofftiere habe ich nicht viel kaputt gemacht. Mein eigenes Spielzeug zähl ich da mal besser nicht mit auf, denn das wäre dann doch noch etliches mehr.
Als ich etwa 3 Monate alt war ist mein Frauchen jeden Tag mit mir zu einer Wiese gegangen, wo wir ganz viele andere Hunde gtroffen haben. Das war wirklich klasse, auch wenn einige von denen echt frech waren und ich zugegebener Maßen vor manchen ein wenig Angst hatte. Natürlich hatte ich auch Freunde mit denen ich gerne und so oft es ging gespielt und getobt hab.
Ich war ein sehr glücklicher Hund und hatte immer viel Spaß, doch im Jahr 2000 kam ein neues Gesetz raus, die Landeshundeverordnung. Dieses Gesetz verlangte, dass ich und alle anderen Hunde die als gefährlich eingestuft wurden, einen Maulkorb tragen sollten und nur noch an der Leine ausgeführt werden durften. Das mit dem Maulkorb war für mich das schlimmste. Ich habe die ganze Zeit versucht dieses Ding loszuwerden indem ich meine Nase über den Boden geschliffen, oder meine Schnauze überall dran gerieben habe. Es hat nichts geholfen. Das einzige was ich davon hatte, war eine aufgeschürfte Nase. Mein Frauchen wollte sich das nicht länger mit ansehen und machte schnellstmöglich einen Wesenstest mit mir. Sie selbst mußte einen Sachkundenachweis erbringen um mich behalten zu dürfen. Als wir das erfolgreich bestanden hatten, durfte ich endlich wieder ohne Maulkorb laufen, aber es war trotzdem nichts wie vorher.
Die Menschen hatten Angst vor mir und beschimpften sogar mein Frauchen. Viele machten einen Bogen um uns, wenn wir spazieren gegangen sind, oder sind weggegangen, wenn wir auf eine Wiese kamen. Ich konnte auch nicht mehr mit anderen Hunden spielen, weil viele Leute ihre Hunde nicht zu mir lassen wollten, aus Angst das ich vielleicht beißen könnte. Ich hab die Welt nicht mehr verstanden und wurde immer unsicherer. Ich hatte doch nie was schlimmes getan, wieso wurde ich auf einmal trotzdem von allen gemieden und verachtet? Ich konnte mir das nicht erklären und das kann ich auch heute noch nicht.
Dadurch, das viele Leute von heute auf morgen so komisch wurden, habe ich mich verändert. Ich habe angefangen die Leute anzubellen. Ich wußte einfach nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Auch mein Frauchen war sich nicht immer sicher in dem was sie tat. Sie mußte sich viele schlimme Dinge anhören, nur weil ich in den Augen vieler Menschen die falsche Rasse habe. Etwa 5 Jahre lang hat mein Frauchen immer versucht das Beste aus jeder Situation zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hat sie auch mein Herrchen kennengelernt, sein Name ist Sascha. Als er mich das erste mal gesehen hat war er etwas vorsichtig mir gegenüber, aber das hat sich schnell gelegt. Er hat schnell gemerkt, dass ich ein lieber Hund bin und wir wurden gute Freunde. Er ist wirklich ein klasse Herrchen.
Okay, aber zurück zu meinem, in Frauchens Augen, Problemverhalten. Als es schlimmer wurde mit meinem Gebell und Gezerre an der Leine und mein Frauchen keinen Rat mehr wußte mir das abzugewöhnen, hat sie sich an eine Tierpsychologin gewendet, ihr Name ist Monika Addy. Ich war inzwischen etwas über 6 Jahre alt. Frau Addy kam zusammen mit ihrer Kollegin, Frau Kirsch und ihren Hunden zu uns nach Hause. Die beiden zeigten keinerlei Angst als sie die Wohnung betraten, was mich etwas verwirrt hat. Zuerst hab ich die beiden natürlich angebellt, aber damit hatte ich keinen Erfolg. Sie haben sich davon einfach nicht beeindrucken lassen. Sie beobachteten mein Verhalten und stellten einige Fragen. Auch draußen haben sie sich angeguckt, wie es so abläuft mit mir. Frauchen musste unter Anleitung einige Übungen mit mir machen, was nach kurzer Zeit schon recht gut geklappt hat. Dann durfte ich ohne Leine laufen und die anderen Hunde (die im Auto warten mussten) kamen dazu. Sie liefen um mich rum, so das ich sie nicht alle im Auge behalten konnte. Sie waren sehr freundlich und haben mich auch zum spielen aufgefordert. Eigentlich hätte ich mich auch gerne darauf eingelassen, aber ich wusste nicht wie. Ich konnte so lange nicht mit anderen Hunden frei laufen, und sich dann von jetzt auf gleich auf ein Spielchen ein zu lassen, das war mir nicht möglich. Ich hab mich also etwas abseits gehalten, frustriert auf einem Stock rumgekaut und die anderen beobachtet. Ab und zu bin ich mal ein kleines Stückchen mitgelaufen, oder hab sie verjagt, wenn mir einer zu nah kam. Aber immer alles mit genug Abstand.
Frauchen hat sehr viele Ratschläge und einen Übungsplan bekommen und seit wir uns daran halten, klappt es wieder besser. Ich fühle mich wieder sicherer wenn wir spazieren gehen und wenn ich mal nicht weiß wie ich mich verhalten soll und bellen will, dann greift Frauchen ein. Auch sie ist wieder sicherer und vor allem selbstbewusster geworden.

Das ist aber nicht das einzige, was sich seitdem geändert hat. Im November 2006 haben mein Frauchen und mein Herrchen geheiratet. Wir wohnen jetzt alle drei zusammen in einer Wohnung wo ich endlich einen eigenen Garten hab. Nagut, ich teil ihn mir mit Sabrina und Sascha, aber das mach ich ja gerne. Am Haus führt zwar auch eine Straße lang, aber da ist nie viel Verkehr und wenn wir ein kleines Stückchen gehen, dann sind wir direkt von Feldern umgeben.
Ich habe auch wieder einen Hundefreund. Über ihn könnt ihr unter Hundefreunde auch was lesen.

Was die anderen Leute angeht, da geb ich meistens nichts mehr drum. Ich belle nur noch ab und zu, es sei denn, ich werde von anderen Hunden angebellt, da kann ich nicht wiederstehen mitzumachen. Was mich auch immer noch zum bellen veranlasst ist, wenn mich jemand anstarrt. Wieso ist es für viele Leute nur so schwer zu verstehen, das ich es unangenehm finde? Es wirkt manchmal einfach sehr bedrohlich auf mich, wenn ich mit Blicken fixiert werde.

So, das war so das wichtigste aus meinem bisherigen Leben.

Aber...
...eins möchte ich euch noch ans Herz legen. Nur weil ein Hund einer bestimmten Rasse angehört, kann man nicht gleich den Charakter bestimmen. Jeder Hund ist anders!
Also bildet Euch doch bitte Eure eigene Meinung, bevor ihr uns alle über einen Kamm scheert.









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