Gedichte und Geschichten
Hier könnt ihr einige Gedichte und Geschichten lesen, die mein Frauchen geschrieben hat.
Gedichte
Kleiner Welpe
Traurig sitzt er im Regen allein, kleiner Welpe, wie schlimm kann´s noch sein? Er wartet auf ein schönes zu Haus´, kleiner Welpe, gibt die Hoffnung nicht auf. Er wünscht sich Menschen, die ihm Liebe schenken, kleiner Welpe, hört nicht auf dran zu denken.
Traurige Welt
Was ist das für eine Welt, in der man zwischen Hund und Hund unterscheidet?
Was ist das für eine Welt, in der ein Hund nicht mehr wirklich Hund sein kann?
Was ist das für eine Welt, in der schon kleinen Kindern beigebracht wird: "das sind liebe und das sind böse Hunde."?
Was ist das für eine Welt, in der Menschen etwas verschulden und Hunde dafür bestraft werden?
Was ist das für eine Welt, in der man nicht in Frieden mit seinem Hund leben kann, weil er einer "falschen" Rasse angehört?
Was ist das für eine Welt, in der Kindern, aufgrund von Gesetzen, der beste Freund genommen wird?
Was ist das für eine Welt, in der man einen Hund, ein Familienmitglied, für böse erklärt, wegnimmt und einsperrt?
Was ist das für eine Welt, in der Hunden auf grund ihrer Rasse bestimmte Charakterzüge zugesprochen werden?
Was ist das für eine Welt, in der man Menschen nach der Rasse ihres Hundes beurteilt?
Was ist das für eine Welt? Es ist eine sehr traurige Welt, es ist unsere Welt.
Ein par Gedanken in Worte gefasst
Ich würde gern, doch kann ich nicht, zu vieles kommt vor mein Gesicht. Hunde die geschunden werden, traurige Wahrheit hier auf Erden. Was soll ich machen? Es kann nicht sein, ich fühl mich oft damit allein. Mit den Gedanken über hilflose Hunde, Gewalt macht immer mehr die Runde. Ein Hund muss spuren, da besteht man drauf, da nimmt man Härte auch in Kauf. Schlagen, Drill und laute Worte, für Hunde gibt es bessre Orte. Sie sind so wunderbare Wesen, die Menschen sollten sie mal "lesen". Dann gäb es wahrlich keinen Grund, zu schlagen einen armen Hund. Er ist der beste Freund des Menschen, wir sollten ihm mehr Liebe schenken. Was kann ich ändern, ich allein? Das darf doch alles nicht so sein.
Danke für eine unvergessliche Zeit mit Dir
Du warst immer lieb, anhänglich und treu,
du gingst auf die Menschen zu und warst nicht scheu.
Du warst mein ein und alles, mein bester Freund,
kein schönes Erlebnis haben wir versäumt.
Wir haben viel Zeit miteinander verbracht,
das alles so schnell vergehen kann, hätte ich nie gedacht.
Ich werde dich nie vergessen, liebe dich immer noch,
jetzt bist du gegangen und ich fall in ein Loch.
Ohne dich fühl ich mich leer, verlassen und allein,
es ging viel zu schnell, es ist so gemein.
So ist nunmal der Lauf der Zeit, das weiß ich,
aber mein Leben ist nicht mehr dasselbe ohne dich.
Geschichten
Grenzenlose Liebe
Ein Hund war einst der beste Freund eines kleinen Mädchens. Die Familie
holte ihn ins Haus als das Kind geboren war und die beiden wuchsen
gemeinsam auf. Sie lebten auf dem Land, wo das Mädchen später auch zur
Schule ging. Es war eine dicke Freundschaft zwischen den beiden. Der
Hund begleitete das Mädchen morgens zur Schule und wartete den ganzen
Tag in der Nähe bis sie wieder nach Hause gehen konnten. Er wich ihr
keine Minute von der Seite. Sie hatten jede Menge Spaß.
An einem kühlen Herbstag wurde das Mädchen sehr krank und auch da wich
ihr der Hund nicht von der Seite. Tag für Tag, Nacht für Nacht lag er
neben ihrem Bett und wachte über sie. Im Frühling darauf verstarb das
Mädchen und wurde auf einem nahegelegenen Friedhof beerdigt. Der Hund
durfte natürlich mitgehen. Neben dem Grab stand ein großer Baum, eine
Eiche an der der Hund sich nieder legte. Er hat sehr um das Mädchen
getrauert, das konnte man ihm ansehen. Die Familie konnte ihn nicht
dazu bewegen freiwillig mit nach Hause zu gehen, also trugen sie ihn.
Er wollte nichts fressen, nichts trinken und lag den ganzen Tag
regungslos vor der Haustür. Das nötigste um nicht zu verhungern und zu
verdursten reichte ihm an Nahrung aus. Die Familie wagte nicht die Türe
zu öffnen, ohne den Hund anzuleinen, da sie befürchteten, er könne
wieder zum Friedhof laufen. Rausgehen war nur noch mit Leine möglich.
Der Hund hatte den Spaß am leben verloren. Auf seinen Spaziergängen
trottete er neben seinem Herrchen her und zu Hause angekommen legte er
sich wieder vor die Tür.
Das ging einige Wochen so, bis der Vater beschloss den Hund gehen zu
lassen. Es konnte so nicht weiter gehen. Er öffnete die Tür und sah den
Hund an. "Du bist frei, geh wenn du willst." Der Hund guckte skeptisch,
dann stand er langsam auf. Durch das wenige Futter geschwächt ging er
langsam zur Tür hinaus. Der Vater sah dem Hund noch eine Weile nach,
bis er ihn nicht mehr sehen konnte.
Am nächsten Tag fuhr er zum Friedhof, er wollte gucken, ob der Hund
dort war und wirklich, der Hund lag unter dem Baum neben dem Grab des
Mädchens. Der Vater gab ihm eine Decke, Wasser und etwas Futter, was er
mitgebracht hatte. Erst wollte der Hund nichts davon, aber als er
wieder allein war legte er sich auf die Decke. Er fraß und trank auch.
Von dem Tag an bleib er immer auf dem Friedhof, den Rest seines Lebens.
Täglich brachte der Vater ihm Futter und Wasser. Für den Winter hat man
ihm eine kleine Hütte gebaut, gleich unter dem Baum. Der Hund wich auch
jetzt nicht von der Seite seines geliebten Mädchens.
Ein Geschenk des Himmels
Ein kleiner Welpe lief allein über eine verlassene Wiese. Er war seit
Tagen unterwegs und wusste nicht mehr wo er noch hin sollte. Er wurde
durch einen tragischen Unfall von seiner Mutter und seinen Geschwistern
getrennt und war seit zwei Tagen allein unterwegs auf der Suche nach
Futter, Wasser und einem sicheren Ort zum schlafen. Die Wanderung
zehrte an seinen Kräften und er war schon ziehmlich mager geworden.
Gerade wollte er sich niederlegen um sich ein wenig auszuruhen, da
hörte er Stimmen. Er lief also noch ein Stück weiter, immer den Stimmen
nach bis er einen kleinen Jungen entdeckte. Der Junge saß im Gras und
weinte. Der Welpe blieb stehen und beobachtete ihn. Der Junge bemerkte
den Welpen nicht, er saß da, die Händen vor´s Geicht gehalten und
weinte fürchterlich. Vor ihm auch der Wiese lag etwas. Der Welpe ging
ein Stück näher um es erkennen zu können. Es war ein Erdhügel. Das Grab
eines Hundes.
Jetzt bemerkte der Junge auch den kleinen Welpen. Er lockte ihn zu sich
und streichelte ihn. Der Welpe war vorsichtig, ließ sich aber dann doch
von dem Jungen streicheln. Der Hund sah den Welpen an, er sah ihm in
die Augen und sagte:"Du bist mein Geschenk des Himmels, wenn du mit mir
gehen möchtest werde ich für dich sorgen und dir ein schönes zu Hause
geben." Der Welpe leckte dem Jungen das Gesicht und war froh ihm
begegnet zu sein. Er war froh, dass er sich doch nicht hingelegt hatte
um sich auszuruhen obwohl er hungrig und erschöpft war.
Der Junge nahm den Welpen mit nach Hause, gab ihm Wasser und Futter und sie wurden die besten Freunde, ein leben lang.
Es war ein glücklicher Zufall, ein Geschenk des Himmels für beide, für Mensch und Hund.
Trauriger Lebenslauf eines Hundes
Geboren wurde ich in einer dunklen Scheune.
Das Licht hab ich nur gesehen, wenn ein Mensch kam um mich und meine Geschwister anzuschauen.
Nach einer Weile hat mich ein Mensch mitgenommen, da konnte ich öfter
das Licht sehen, aber ich musste immer an einer Leine laufen.
Frei spielen und rennen kannte ich nicht, auch andere Hunde konnte ich nur aus der Entfernung sehen.
Ich habe oft gebellt, weil ich so gern mitspielen wollte.
Schläge hab ich auch bekommen, wieso das hab ich nicht verstanden.
Irgendwann kam wieder ein anderer Mensch der mich mitgenommen hat.
Ich kam an einen Ort den man Tierheim nennt.
Um mich herum waren Gitter, der Boden war kalt und ich hatte nur eine kleine dünne Decke.
Auch hier konnte ich immer das Licht sehen, aber genießen konnte ich mein Leben trotzdem noch nicht.
Neben mir waren auch Hunde, manche länger manche nicht so lange.
Dreimal am Tag konnte ich rausgehen, aber mit anderen Hunden spielen, das durfte ich auch hier nicht.
Weil ich das nicht kannte, wusste ich nicht wie ich mich verhalten soll und niemand hatte Zeit um mir das beizubringen.
Dann kam erneut ein Mensch der mich mitgenommen hat.
Ich kam in einen großen, kalten Raum. Es roch unangenehm und ich hatte Angst.
Der Mensch hob mich auf einen Tisch, nahm eine Spritze, streichelte mir
über den Kopf und sagte: "Bald wirst du an einem besseren Ort sein. Es
tut mir leid."
Dann sah ich erneut ein Licht und diesmal konnte ich frei laufen. Keine
Leine mehr, kein Mensch war in der Nähe, es war wunderschön. Es waren
auch andere Hunde dort und alle spielten zusammen, auch mit mir.
Ich war im Regenbogenland...
© S. Langensiepen-Stegner
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