Für Fabian!
Meine kleine Teppichrobbe, ich wollte Dir mal aufschreiben was ich schon alles mit Dir erlebt habe.
Als meine Ärztin mir im März 2006 gesagt hat, dass Du unterwegs bist, war ich erst überrascht und dann hab ich mich doch ganz schön doll auf Dich gefreut.
Ich kann Dir sagen, die Zeit von März bis Oktober ist ganz schön lang!
Aber je mehr Ultraschallbilder ich von Dir gesehen habe, und verfolgen konnte wie mein Bauch immer dicker wurde und Du immer mehr gewachsen bist, desto mehr hab ich auf Deine Geburt gewartet.
Dann als Du Dir auch noch zwei Tage länger Zeit gelassen hast als "ausgerechnet" wurde, wurde ich immer ungeduldiger.
Und als mir die Ärzte im Krankenhaus gesagt haben, wenn Du bis Freitag nicht freiwillig kommst, werden sie Dich unterstützen wurde es auch nicht besser...
Dann hab ich Donnerstag alleine in meinem Zimmer gelegen und wollte einen letzten gemütlichen "ruhigen" Abend vorm Fernseher machen, hast Du Dich entschlossen, mir zu zeigen, dass Du wohl doch freiwillig kommst.
Es wurden von abends um halb elf bis morgens um 6 Uhr viele CTGs geschrieben, um zu überwachen ob es uns beiden auch gut geht.
Morgens wurde mir gesagt, ich soll doch mal versuchen unter die Dusche zu gehen, weil ich einen anstrengenden Tag vor mir habe.
Das hab ich dann auch gemacht und als ich dann wieder in den Kreißsaal gegangen bin und eigentlich noch mal an den CTG angeschlossen werden sollte, fingst Du an, Dich auf Deinen anstrengenden Weg zu machen.
Ich hab den Papa mit meinem Anruf aus dem Bett geholt, und er ist zu uns ins Krankenhaus gekommen.
Richtig los ging es gegen neun und pünktlich um halb zwölf zum Mittagessen warst Du kleiner Pupi-Bär da.
Eigentlich erwartet man ja bei einer Geburt, dass sich das kleine Menschlein ziemlich lautstark bemerkbar macht, aber ausser ein kleines leises "uääh, uääh" war nicht viel von Dir zu hören.
Dann hat der Papa ganz stolz und sehr vorsichtig Deine Nabelschnur durchgeschnitten und dann durftest Du endlich zu mir auf den Bauch.
Ich kann Dir nur sagen, dass es wirklich stimmt, wenn die Frauen sagen: "Wenn das Baby endlich da ist, sind die Schmerzen und die Wehen vergessen!"
Als ich Dich so bei mir auf dem Bauch liegen sah, war ich die stolzeste Mama der Welt und das bin ich immer noch, wenn ich Dich nur angucke!
Dann haben Dich die Hebamme und die Ärztin untersucht und Dir Deinen ersten "TÜV-Stempel" gegeben. Alles drin, alles dran und dass alles bei nur 3800g und 55 cm Grösse. So ist das halt - gute Sachen gibt es immer kompakt!
Nachmittags durften wir dann auch wieder auf unser Zimmer, und als Du Dein erstes wohl verdientes Schläfchen gemacht hast, habe ich bei Onkel David und danach bei Opa Bernd angerufen. Ich glaube sie haben sich ziemlich gefreut und waren ganz ungeduldig Dich endlich kennenzulernen.
Gegen Abend haben wir dann auch noch Bettnachbarn bekommen, damit wir nicht so ganz alleine sind.
Der kleine Felix hat dann auch noch ein bisschen Radau gemacht, aber das hat Dich nicht beim Schlafen gestört, denn Mama hat Dich einfach mit in ihr grosses Bett genommen.
Aber auch das grosse Bett hat Dich am Samstag nicht davon abgehalten fast drei Stunden zu schreien. Du wolltest weder schlafen noch was essen und mit kuscheln warst Du auch nicht zu überzeugen.
Dann ist um halb eins Schwester Jolantha ins Zimmer gekommen und hat Dich mit ins Schwesternzimmer genommen. Da hat sie Dir Dein kleines Bäuchlein massiert, ein bisschen Tee gegeben und Du hast vier Stunden geschlafen und auch Mama konnte sich ein bisschen ausruhen.
Am Sonntag war dann auch der Rest der Familie zu Besuch und hat ganz begeistert Fotos von Dir gemacht, aber davon hast Du Dich nicht beeindrucken lassen und hast fast die ganze Zeit geschlafen.
Als Dich am Montag die Kinderärztin untersucht hat und Dir Blut abgenommen hat, musste ich mich doch ganz schön zusammenreissen und habe Dich ganz schnell getröstet damit Du keine Angst mehr haben musstest, und gemerkt hast, dass Dir nichts Schlimmes passiert.
Am Dienstag sind wir dann zusammen in Dein neues Zuhause gefahren.
Leider hat es auf dem Weg angefangen zu regnen, aber da wir unseren kleinen Sonnenschein dabei hatten, hat uns das nicht viel ausgemacht.
Dein erster Tag und Deine erste Nacht zuhause waren sehr schön, doch nach der zweiten Nacht mussten wir leider anfangen Dich zum Flaschenkind zu machen, und das war wider Erwarten nicht so anstrengend wie ich gedacht hatte. Naja, ich will mal zugeben, dass es mich doch schon Überwindung gekostet hat, nachts aufzustehen um Dir was zu futtern zu machen und Dich solange schreien lassen zu müssen.
Aber auch das haben wir in den Griff bekommen.
Im November hast Du dann Deine erste Erkältung gehabt, aber das lag nicht daran, dass wir Dich zu dünn angezogen haben, wenn wir mit Dir spazieren gegangen sind, sondern dass wir ziemliche Probleme mit der Wohnung hatten.
Darum sind wir auch Ende Dezember in eine neue schönere Wohnung gezogen und hier fühlen wir uns doch sehr wohl.
Hier hast Du krabbeln gelernt, naja besser gesagt robben, und wenn Du genug quengelst, gibt Dir auch jemand seine Hände damit Du selber laufen kannst.
Es dauert nicht mehr lange, dann brauchst Du die Hilfe nicht mehr so oft und Du kannst ganz alleine mit Deinen kleinen kurzen Beinchen durch die Wohnung laufen und alles erkunden und unsicher machen.
Da freue ich mich jetzt schon drauf und auch auf die vielen Spaziergänge, wenn Du uns alle auf Trab hälst, weil Du doch Deinen kleinen Dickkopf durchsetzen möchtest.
Es wird aber auch die Zeit kommen, wo Du das alles verstehst und nicht mehr bockst, wenn Mama oder Papa "Nein" sagen, damit Du Dir nicht zu doll weh tust!
Aber bis dahin dauert es noch etwas, und wir können uns noch viel einfallen lassen um Dich vom Blödsinn-Machen abzuhalten!
So, mein kleiner Fratz, dann werd mal schnell gross und stark und lern laufen, damit wir nochmehr tolle Sachen zusammen machen können.
Ich liebe Dich!
Deine Mama
Jetzt hab ich so lange nichts geschrieben und es ist doch sooo viel passiert..
du kannst inzwischen laufen und machst die ganze Wohnung unsicher.
Deine Lieblingsbeschäftigungen sind Mama ärgern, Schränke ausräumen und viel neue Sachen lernen.
Aber glaub mir mein kleiner Turtle, das ist noch lange nicht alles was Du lernen wirst!
Da gibt´s noch so viele Sachen, die Du noch nicht kannst aber es dauert nicht lange und Du kannst schon wieder was Neues.
Jetzt ist gerade (fast) Sommer und wir sind ganz oft draußen auf Spielplätzen unterwegs oder einfach nur spazieren und Du entdeckst immer wieder neue Sachen. Du weißt inzwischen, daß Hecken pieksen können, oder auch daß es ziemlich wehtut wenn Du mit nackten Beinchen auf Laminat "bremsen" willst.
Das sind nicht Deine ersten Schrammen und werden sicherlich nicht Deine letzten sein.
Mir "graut" schon vorm KiGa, wenn Du mir dann stolz Deine Schrammen und Beulen zeigst und mir erzählst was Du so alles gemacht hast.
Jetzt werden wir aber noch unsere gemeinsame Zeit zu Hause genießen und wenn ich Dich Rabauke so angucken, weiß ich daß es nicht lange dauern wird bis der nächste Kratzer ansteht.
Aber dafür ist ja Deine Mama da, zum Trösten, Kuscheln und Pflaster verteilen.
Vergiß nie wie doll ich Dich liebe mein kleiner Fabsi-Turtle!