dustypower
Home
Der Boxer
Boxergeschichte
Dusty
Hundefreunde
Fotoecke
Videoecke
Franz. Bulldogge
Regenbogenbrücke
Freunde-Hp´s
Foren
Gästebuch
Kontakt
Impressum

 
 
Anzeige

Entwicklung des Zuchtvereins von 1896 - 1968 von Dr. Gerhard Ludwig


Boxertyp um 1890


Boxertypen aus den Anfängen der Boxerzucht


Man kann sich heute wohl nur noch schwer vorstellen, welche züchterische Arbeit, lange Zeit ohne Kenntnisse der Vererbungslehre und anderer tierzüchterischer Mittel und ohne große materielle Unterstützung , notwendig war, um aus dem Münchner "Bierboxer" der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts einen international anerkannten und beliebten Diensthund zu schaffen. Die Leistung der Boxerzuchtpioniere muss noch mehr geschätzt werden, wenn man bedenkt, dass sie sich um einen Hund bemühten, der von der damaligen offiziellen Kynologie als eine Rasse, die nichts weiter als eine Art schlechter Bulldoggen sei , bezeichnet und abgelehnt wurde. Der bekannte Kynologe Richard Strebel bezeichnete ihn geringschätzig als Scherenschleifer. Ob er diese Bezeichnung nur für die durch Bulldoggen verbastardisierten Hunde brauchte, J. Schön (40), ist im nachhinein nicht mehr feststellbar. Ebenso offen bleibt die Frage, ob und wie stark mit Bostonterriers eingekreuzt wurde.

Drei Kynologen waren es, die auf der Suche nach einem härteren, derberen Kriegshund, als es der aus England importierte Airedale-Terrier war, auf den damals spöttisch als "Bierboxer" bezeichneten Hund stießen: F.Robert, E. König und R. Hoepner.

Der regen Werbetätigkeit von F. Robert war es zu verdanken, dass 1895 in der Versuchsklasse bei einer Ausstellung des St. Bernhard-Klubs, Sitz München, ein Boxer offiziell in Erscheinung trat. Es war "Mühlbauers Flocki", der erste ins Boxerzuchtbuch eingetragene Hund, der mit Dr. Toenniessens Tom noch einen Bulldogg zum Vater hatte. "Floki" und seine Enkelin "Meta von der Passage" könnten nach dem heutigen Standard bestimmt nicht mehr ins Zuchtbuch aufgenommen werden, ebenso wenig wie ihre Bulldoggvorfahren dem heutigen Standard dieser Rasse entsprächen, sie legten aber den Grundtyp fest und dienten so bestimmt nicht wenig dem Weiterbestehen der Rasse.

Mühlbauers Flocki Zuchtbuchnummer 1

Meta von der Passage 30 , Mutter vieler Preisgewinner

Kurze Zeit nach dieser Ausstellung erfolgte 1896 die Klubgründung und wider alle Erwartungen wuchs die Mitgliederzahl ständig.

Als Idealtyp tauchte nun "Flock St. Salvator" auf, ein Hund, dessen Eltern kaum mehr als dem Namen nach bekannt waren. Nach dem Bild einer seiner Töchter mit "Flock-Figur", - von "Flock" selber existiert leider keines - das eine vom Bulldoggtyp sehr verschiedene, wenn auch etwas leichte Hündin zeigt, kann angenommen werden, dass der schwere Typ und demzufolge Einkreuzungen mit Bulldoggen nicht mehr erwünscht waren.

Flock-Figur (Flock-St.-Salvator-Tochter) Boxer des alten, schweren Schlages

1896, ein Jahr nach dem zum ersten Mal ein Boxer offiziell bei einer Ausstellung gerichtet worden war, veranstaltete der Boxerklub ohne große Werbemöglichkeiten im Hof eines Klubmitgliedes in der Rottmannstraße die erste eigene Ausstellung, eine so genannte Pfostenschau, die wider Erwarten außer zahlenden Zuschauern auch viele Boxerbesitzer und deren Hunde angezogen hatte, die zwar nach den Worten des damaligen Vorsitzenden Hoepner jede Einheitlichkeit in den Zuchtzielen vermissen ließen, aber doch ein sehr hoffnungsreiches Bild für die Zukunft boten. Wie schwer es aber war, einen Zuchtplan oder nach heutigen Begriffen einen Standard aufzustellen, ohne den keine Tierzucht möglich ist, zeigt die Ausstellung München 1896, bei der drei Gewichtsklassen für Boxer akzeptiert werden mussten.

        I                II                       III           IV         V           VI         VII                 VII                  IX

I Jack-Spezi vom Angertor 3 II Bella-Cornelius III Wally-St. Salvator 170 IV Zehntner`s Rüde V Blocki-Ohlmüller VI unbekannt VII Rocki-Ohlmüller 9 VIII Meta-Augusta 2 IX Mirzl-Fidelitas

Da eine solche Uneinigkeit auf die Dauer keinen Fortschritt in der Zucht zulässt, verließen die drei Gründungsmitglieder Robert, König und Hoepner den Klub. Durch ihr Ausscheiden wurde die Zerrissenheit im Boxer-Klub noch größer, immer mehr Mitglieder traten aus und drängten Robert zur Gründung eines neuen Klubs, mit der von Ihm, König und Hoepner geplanten Zuchtrichtung.

So kam es am 06.01.1897 zur Gründung des "Deutschen Boxerklubs", der mehr und mehr Anhänger fand, während eine Teil der Unzufriedenen den "Boxer-Klub" verließ und so die Fusion der beiden Klubs zum "Deutschen Boxer-Klub, Sitz München" gegeben war. Das Eintrittsgeld wurde mit 5, der Jahresbeitrag mit 10 Mark festgelegt. Die Klubleitung ging wieder in die bewährten Hände der Boxerpioniere E.König und F.Robert über.

Wie eng der fortschritt in der Zucht mit dem Klubgeschehen und letztlich mit der Klubführung verbunden ist, zeigte sich, als die beiden bewährten Mitglieder F.Robert und E.König ihre Ämter niederlegten. Es wurden von München aus keine Ausstellungen mehr beschickt, und da die Anhänger der alten Zuchtrichtung wieder zum Zuge kamen, rege Bulldoggen - Einkreuzungen betrieben, bis durch eine neue tatkräftige Klubleitung mit Georg Fuhr als 1. Vorsitzenden, Josef Frey als Kassier und besonders durch H.Hamel als Schriftführer wieder Ordnung in die Klubangelegenheiten kam. In dieser Zeit trat durch O. Schachner, Graudens, einem Mann, der für den Boxer, besonders allerdings für den schwarzen Boxer, eine rege Werbetätigkeit entfachte, der schwarze Farbschlag auf, dessen bedeutendster Vertreter "Graf Blitz v. Graudenz" war.

Hamel als Schriftführer gab die Werbeschrift "Der Deutsche Boxer" heraus, die dem Ansehen und der Beliebtheit des Boxers sehr zuträglich war. Er bemühte sich auch um die Herausgabe des Zuchtbuches, schied aber leider vor dessen Erscheinen aus dem Klub. Die ergänzte Vorstandschaft resignierte nicht und arbeitete weiter an der Schaffung und Herausgabe des Zuchtbuches. Wie schwierig das war, mag aus der Tatsache hervorgehen, dass noch keine wirklich brauchbaren Beispiele eines Zuchtbuches und dessen Führung vorhanden waren. Das von der Delegierten Kommission. dem damaligen Dachverband der Rassezuchtvereine herausgegebene Hundestammbuch für alle Rassen, war kein Zuchtbuch im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Elitebuch, in das vorwiegend ältere Hunde und deren Auszeichnungen eingetragen wurden.

Umso mehr muss die Weitsicht der Herausgeber des ersten Boxerzuchtbuches anerkannt werden, die dieses gewissermaßen als kynologisches Standesamtsregister, wenn auch ohne Wurfeintragung, anlegen wollten. Die Eintragungsgebühr betrug 1 Mark, die Ahnentafel kostete 2 DM.

Im Jahr 1904 erfolgte die Herausgabe der "Boxer-Blätter", die später das offizielle Organ des "Verbandes der Boxerklubs" wurde.

In diesem Verband waren der Deutsche Boxerklub, Sitz München, der West- und Norddeutsche Boxerklub, der Deutsche Boxerklub Niedersachsen, der Verein der Boxerfreunde und die Boxer-Vereinigung Holland zusammengefasst. Da jeder dieser Klubs eine eigene Vorstandschaft und eigene Satzungen hatte, waren Reibereien unausbleiblich. So kam es 1908 zur Abspaltung des "Deutschen Boxer-Vereins, Sitz Berlin", der aber zum Glück seine Hunde weiterhin in das bereits bestehende Zuchtbuch eintragen ließ, so das die Fusion der beiden Klubs im Jahre 1910 keine allzu großen Schwierigkeiten bereitete.

Im gleichen Jahr (1908 ) übernahm der bekannte Kynologe E. von Otto die Schriftleitung der Boxerblätter und der Boxerklub trat dem Kartell der stammbuchführenden Spezialklubs bei, außerdem gelang es dem Klub zum ersten Mal mit einer Gesamtmeldezahl von 1185 Ausstellungshunden die Dobermannpinscher mit 1179 vorgeführten Hunden zu schlagen.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges bekam der Boxer zum ersten Mal die Möglichkeit, seine von F. Robert geplante Verwendungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Auf die Bitte des Kommandeurs eines Landsturmbatallions um tüchtige Hunde als Schutz gegen nächtliche Überfälle wurden 66 Boxer der Heeresverwaltung zur Verfügung gestellt. Die nächtlichen Überfälle hörten auf und der Boxer hatte zum ersten Mal seine Brauchbarkeit als Diensthund gezeigt. 10 weiter Boxer kamen später mit Ph. Stockmann an die Westfront.

Welchen empfindlichen Schlag die Kriegsjahre dem Hundesport und damit auch der Boxerzucht versetzten, ist aus der geringen Zahl von 230 Eintragungen ins Zuchtbuch im Laufe von drei Jahren ersichtlich. Außerdem überlebten einige der besten Hunde den Krieg nicht oder gingen kurz nach Kriegsende ein. So "Milo v. Eigelstein", dessen allein übrig gebliebener Sohn "Omar v. Falkenhorst" kein Vererber war und nur einen bekannten Sohn "Pascha v. Neunburg" hinterließ.

"Champ. Rolf Vogelsberg" ging 1918 ein. Die Nachkommen seines Sohnes "Rolf Walhall" insbesondere "Egon v. Gumbertusbrunnen", "Moritz v. Goldrain" und "Rassel v. Dom" waren es, die die Grundlage für die Weiterführung der Zucht bildeten.

Champion Milo v. Eigelstein 1921

Champion Rolf Vogelsberg

Champion Egon v. Gumbertusbrunnen

Champion Rolf Walhall

1921 wurde auf der Hauptversammlung in Jena wohl aus gut gemeinter Absicht, aber ohne an die von vornherein sicheren nachteiligen Folgen zu denken, das Zuchtbuch auf ein Jahr für Boxer ohne Abstammungsnachweis, die aber auf einer anerkannten Kartellausstellung von einem Boxer-Klub-Richter mindestens die Note "gut" erhalten hatten, geöffnet.

Zwei weitere für die Zeitgeschichte bedeutende Ereignisse fanden 1921 statt. Drei Münchner Gruppenmitglieder legten vor einer Prüfungskommission unter Leitung des bekannten Schäferhundeexperten Rittmeister von Stephanitz die Polizeihundeprüfung erfolgreich ab. Das schaffte die Voraussetzung für die Anerkennung des Boxers als Diensthund und die Aufnahme des Boxerklubs in den "Prüfungsverband der Zuchtvereine" (PVZ) am 22. September 1924.

Außerdem wurden von 6 Boxerliebhabern im September 1924 der Österreichische Boxer-Klub gegründet, der die Rassekennzeichen des Deutsche Boxer-Klubs übernahm. Ihm folgte 1923 die Gründung des "boxer club France" in Straßburg.

1924 wurde zum ersten Mal der Titel eines Leistungssiegers vergeben, den "Alex v. Biederstein" errang. 1925 wurde beschlossen, von nun an keine schwarzen und weißen Boxer mehr ins Zuchtbuch einzutragen. Auf der Hauptversammlung in Hannover 1926 wurde die Errichtung einer Hauptgeschäftsstelle in Planegg bei München beschlossen, die Zuchtbuchstelle verblieb in Leipzig.

Die nächste Hauptversammlung fiel mit dem 30-jährigen Klubjubiläum zusammen. auf dieser wurde das Amt des Hauptzuchtwartes eingeführt, und außerdem beschlossen, Zuchtbuch- und Hauptgeschäftsstelle in München zusammen zu fassen. Für die weniger gewordenen Meldezahlen und den nicht sehr verheißungsvollen Stand der meisten vorgeführten Hunde, wurden die Boxerzüchter ein wenig durch die Polizeihund-Hauptprüfung des Klubs in Stuttgart entschädigt, auf der 13 Tiere antraten und sehr gute Leistungen zeigten.

Ein Jahr später, in dem auf der Hauptversammlung in Jena (1928 ) die neuen Klubstatuten aufgestellt und von allen Gruppen angenommen wurden, war die Siegerausstellung in München mit 97 gemeldeten Boxern wieder ein voller Erfolg. Den Sieger stellte mit "Edler v. Isarstrand" der gelbe Farbschlag, doch auch der gestromte Schlag stellte mit "Check v. Hunnenstein", "Granti Struthio" und "Cäsar Deutenkofen" besonders im Kopftyp und in der einwandfreien Stellung der Hinterhand qualitativ hochstehende Hunde. Auf der Polizeihund-Hauptprüfung in Leipzig wurden 12 Hunde vorgestellt. Auf der Hauptversammlung 1929 in Kassel und 1930 in Halle wurde beschlossen, dass nur noch vom Zuchtwart besichtigte Tiere, und nur noch Würfe von Elterntieren, die am Decktag mindestens ein Jahr alt waren, ins Zuchtbuch eingetragen werden dürfen. Eine weitere Bestimmung zur Zuchtbuchführung wurde auf der durch die Sezessionsgründung des "Verein der Boxerzüchter und _Liebhaber" in München notwendig gewordenen außerordentlichen Hauptversammlung erlassen. Danach durften nur mehr sieben Welpen eines Wurfes in das Zuchtbuch und keine Kryptorchiden mehr aufgenommen werden.
[img]http://img19.imageshack.us/img19/84/zuchtv14yh4.jpg[/img]
Edler v. Isarstrand (gelber Rüde)

Gaudi Struthio und Granti Struthio

Sieger Cäsar Deutenkofen

Auf der Siegerausstellung 1929 in Berlin wurden 99 Boxer vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass vor allem Nachkommen des unvergessenen "Champion Rolf von Vogelsberg" mit "Egon v. Gumbertusbrunnen", "Hansel von Stolzenfels", "Moritz von Goldrain" und "Cäsar Deutenkofen" die Zucht beherrschten.

Wie sehr sich die beginnende Wirtschaftskrise in der Hundezucht bemerkbar machte, zeigte sich in der geringen Meldezahl von 47 Hunden zur Siegerausstellung 1930 in Nürnberg, die aber qualitativ sehr hoch stand und auf der Polizeihund-Hauptprüfung in Breslau, auf der die Meldezahl auf 8 Bewerber zurückgegangen war.

Es schien sich jedoch nur um eine vorübergehende Auswirkung zu handeln, da die Siegerausstellung in Berlin 1931 mit 115 Boxern und die Polizeihund-Hauptprüfung in Bielefeld mit 10 Bewerbern gut beschickt war. Doch war die Siegerausstellung 1932 mit 60 zum Teil wenig befriedigenden Tieren und die Polizeihund-Hauptprüfung in Braunschweig wenig ermutigend. Zudem hatte die Zucht noch den Verlust zweier hervorragender Vererber "Edler v. Isarstrand" und "Egon v. Gumbertusbrunnen" zu verzeichnen.

In New York wurde als dritter ausländischer Zuchtverein der "American Boxer Club" gegründet. Bei der Jahressiegerausstellung 1933 in Frankfurt a. M., die mit 64 Boxern beschickt wurde, traten zum ersten Mal die Zuchtprodukte des Zwingers "vom Dom" ganz groß in Erscheinung. Sie stellten mit "Sigurd v. Dom" bei den gelben Rüden, mit "Zero v. Dom" bei den gestromten Rüden und mit "Zeila v. Dom" gleich 3 Klassensieger. Auf der Polizeihund-Hauptprüfung in Eisleben wurden 11 Boxer gerichtet.
[img]http://img47.imageshack.us/img47/6411/zuchtv17nt8.jpg[/img]
Sigurd v. Dom im Alter von 14 Monaten, vielfacher Sieger und USA Champion

Mit der Machtergreifung durch die NSDAP begann sich auch im Hundesport eine neue Entwicklung anzubahnen. Die Hundezucht wurde gewissermaßen Staatsangelegenheit, was ihr nicht zum Nachteil gereichte. Die beiden Vereine wurden, was vorher kaum möglich schien, wieder vereint. Das Kartell für das Deutsche Hundewesen wurde in Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH) umbenannt und in 20 Gaue gegliedert. 1934 wurde die Delegierten-Commission aufgelöst, und den in ihr zusammengeschlossenen Rassezuchtvereinen nahe gelegt, sich den Fachschaften RDH anzuschließen. Außerdem wurde vom RDH bestimmt, dass nur noch 6 Welpen aus jedem Wurf ins Zuchtbuch eingetragen werden durften, und der Titel eines Reichssiegers bei den Diensthunderassen nur an Hunde mit einem Ausbildungskennzeichen zu vergeben sei.

1935 wurden vollends alle Hundeklubs und -vereine dem RDH angegliedert, so auch der "Boxerverein Leipzig", der der "Fachschaft Deutscher Boxer" beitrat. Der Reichsleistungswart K. Most gab eine für alle Gebrauchshunderassen gültige Prüfungsordnung heraus.

Wenn auch die Reichssiegerausstellung 1934 in Berlin nur mit 47 Hunden beschickt wurde, so war doch die Qualität der Hunde gut und wies zum ersten Mal eine große Ausgeglichenheit und starke Annäherung im Typ und Gebäude auf. Auf der Polizeihund-Hauptausstellung in Hamburg wurden 11 Hunde vorgeführt.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Kynologie wurde aus Anlass des dritten kynologischen Weltkongresses in Frankfurt die Welthundeausstellung abgehalten. 2500 Aussteller aus dem In- und Ausland brachten 3300 Hunde, darunter 100 Boxer. Der zum ersten Mal vergebene Weltsiegertitel fiel beim gelben Farbschlag an den Rüden "Fachinger v. Neu-Drosedow", bei den Hündinnen an "Tea v. Isebeck". Bei den gestromten Hunden wurde er an "Zero v. Dom" und "Alice v. Emilienhorst" vergeben.

Nach dem erfolg, den die deutsche Boxerzucht auf dieser Ausstellung hatte, wurden auf der Reichssiegerausstellung 1936 die Erwartungen der Kynologen nicht erfüllt. Ein gewisser Trost war das sehr gute Abschneiden von "Pit v. d. Würm" und "Argo v. Christophsbad" auf dem Reichs-Gebrauchshunde-Turnier. Das Jahr 1937 brachte wieder Änderungen in den Zuchtbestimmungen. So wurde der RDH in den "Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter" aufgenommen, die Zahl der Scheckenboxer, die von einem Wurf aufgezogen werden durften, beschränkt und außerdem bestimmt, dass der Siegertitel nur an Hunde der "Offenen Leistungsklasse" vergeben werden durfte.

Zwei Drittel der auf der Reichssieger-Ausstellung in München vorgeführten 109 Hunde führten "Sigurd v. Dom" Blut. Die vorgeführten Hunde standen in ihrem Zuchtwert um einiges über den auf der Welthundeausstellung gezeigten. Der Verlust, den die deutsche Boxerzucht deshalb durch den Verkauf der beiden Rüden "Sigurd und Lustig" aus dem immer mehr in den Vordergrund rückenden Zwinger "vom Dom" in die USA erfuhr, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Lustig und Zorn v. Dom

"Sigurd v. Dom" Doppelsieger und USA-Champion, Begründer der modernen Zuchtrichtung

"Lustig v. Dom" Fachschafts- und Reichsieger, USA-Champion, nie besiegter erfolgreichster Zucht- und Ausstellungsrüde. Züchter: F. Stockmann

USA-Champion "Zack vom Dom"

Auf der zweiten Welthunde-Ausstellung 1937 in Paris holte sich "Dina v. Uracher Wasserfall" den Titel bei den gelben Hündinnen. Insgesamt wurden auf dieser Ausstellung 2020 Hunde weniger als in Frankfurt vorgeführt. Die prozentuale Beteiligung lag mit 41 Tieren etwa gleich wie in Frankfurt. 1938 wurden die österreichischen Hundezuchtvereine in den RDH aufgenommen, 1939 die Reichsfachgruppen aus dem "Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter" wieder herausgelöst und dem Oberkommando des Heeres unterstellt. Von nun an sollten nur noch Würfe ins Zuchtbuch aufgenommen werden, von denen mindestens ein Elterntier ein Abrichtungskennzeichen besitzt. Scheckenboxer wurden verboten, ab 1941 mussten weiße, schwarze und Scheckenboxer sofort nach der Geburt getötet werden. Kryptochiden wurden in die Liste der zuchtverbotenen Boxer aufgenommen. Daneben wurden am 1.7.1941 für alle Fachschaften verbindliche Zuchtbestimmungen erlassen. Außerdem wurde die seither nur bei den Schäferhunden bestehende Körung eingeführt. Das erste Körbuch erschien 1942, im März 1943 erschienen die Boxer-Blätter zum letzten Mal.

Die Boxerzucht der letzten Kriegsjahre ist durch die Wirren dieser Zeit weitgehend in Dunkel gehüllt. Der erste Platz in den Musterungslisten für alle diensttauglichen Hunde dokumentiert aber den hohen Wert und Stand des Boxers als Gebrauchshund.

Der bekannteste Hund aus dieser Zeit ist wohl der Boxer "Mathias v. Westen", mit der Feldpostnummer 20871, der als Kriegshund 17 Menschenleben gerettet hat und dafür mit dem Eisernen Kreuz II.Klasse ausgezeichnet wurde.

Die Schicksale der anderen Boxer als Kriegshunde sind unbekannt, ihr hoher züchterischer Wert und die Liebe und Opferbereitschaft der alten Hundesportler machten es aber möglich, dass trotz großer Schwierigkeiten und Auflösung der von der NSDAP gegründeten Verbände durch die damaligen Siegermächte, im neugegründeten "Boxerklub e. V., Sitz München" wieder mit der Zuchtarbeit begonnen werden konnte. Bereits 1947 wurde die von der Gruppe München veranstaltete "Albert-Schmöger-Gedächtnisschau" mit 150 Boxern beschickt. Zuvor wurden die Zuchtbestimmungen noch dahingehend ergänzt, dass Rüden am Tag ihrer ersten Zuchtverwendung mindestens 18, und Hündinnen mindestens 14 Monate alt sein müssen und ein Elterntier ein Ausbildungskennzeichen aufweisen muss. Um wieder zu einer einheitlichen Zuchtrichtung im damals in vier Besatzungszonen aufgeteilten Deutschland zu kommen, fand am 4.10.1947 in Berlin eine Tagung statt, auf der sich Vertreter der Klubs aus allen vier Zonen trafen, und die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur einheitlichen Regelung der Zuchtangelegenheiten beschlossen.

Ein ähnlicher Dachverband für das Deutsche Hundewesen wurde am 6.3.1948 mit der Gründung der "Arbeitsgemeinschaft für Hundewesen" in Schwetzingen geschaffen. Leider wurde in dieser Zeit nicht nur mit den qualitativ hochstehenden Resten aus der Zucht vor dem Kriege gezüchtet, sondern, um die große Nachfrage zu stillen, auch mit weniger wertvollen Tieren.

Erst auf der Hauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Boxer-Klubs 1951 war es möglich, wieder eine zentrale Klubführung zu schaffen. Der neu gegründete "Boxer-Klub e. V., Sitz München" wurde in 9 Landesgruppen eingeteilt, eine einheitliche Satzung erstellt und der Jahresbeitrag mit 15,- DM festgelegt. Der "Verband für das Deutsche Hundewesen" wird von der internationalen Dachorganisation der "Federation Cynologique International (FCI)" anerkannt und erlässt 1952 neue Ausstellungs- und Schauregeln.

Die in dieser Zeit durchgeführten Ausstellungen sind sowohl bezüglich der Zahl der vorgeführten Hunde, als auch deren Qualität für den Boxer-Klub sehr zufrieden stellend. Der Rückgang der Eintragungsziffern in das Zuchtbuch sind auf das Nachlassen der rein dem Verdienen geweihten Zucht zurückzuführen und war dem Stand der Zucht bestimmt nicht abträglich. Im Gegensatz hierzu dokumentieren das ständige Ansteigen der Zahl der Hunde mit Ausbildungskennzeichen die hohe Qualität der Hunde und die wachsenden Mitgliederzahlen die immer mehr zunehmende Beliebtheit des Boxers.

Einen besonderen Höhepunkt in der Boxerzucht- und Klubgeschichte stellt zweifellos der Erwerb eines eigenen Klub-Hauses dar, das am 17. Januar 1959 bezogen werden konnte und seitdem Sitz der Geschäfts- und Zuchtbuchstelle ist.

Jahressieger 1925 und 1926

Hansel v. Stolzenfels


Jahres-Siegerin 1925

Cora v. Tredintafu


Sieger

Uto v. d. Adelegg


Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


- w -    Flirten und Bilder bewerten - Lovemission.de


 
dustypower