
Schneeglöckchen
© Angelika Haymann
Wenn eisig noch die Winde brausen
Schneeflocken durch die Lüfte sausen
Der Boden hart und durchgefroren
Wird leise Hoffnung neu geboren.
Es drängt durchs Erdreich - uns verborgen
An einem kalten Wintermorgen
Bahnt sich den Weg hinauf zum Lichte
Ein Frühjahrsbote, nah der Fichte.
Schneeglöckchen blüht in unserm Garten
Wie sehnsüchtig wir darauf warten
Zart und zerbrechlich scheint es zu sein
Doch hier täuscht uns der äußre Schein.
Ein starker Kämpfer ist es fürwahr
Wächst unbeirrt in jedem Jahr
Trotzt der Kälte - wirds überstehn
Wenn Eis und Schnee noch niedergehn.
Frühlingsgefühle
Wiesen laden ein zum Träumen
Blüten regnen von den Bäumen
In der Ferne rauscht der Bach
Und ich werde frühlingsschwach
Frühlingstraum
©2006 Angelika Haymann
Der Januar droht kalt und grau
Voll Sehnsucht ich zum Garten schau
Das Winterlicht noch fahl und blass
Streift kahle Äste schwarz und nass
Ob bald sich´s unterm Eise regt
und die Natur ihr Kleid anlegt
von zartem Grün ein kleiner Hauch
dies wäre es was ich jetzt brauch
Während ich vom Frühling träume
fällt ein Lichtstrahl durch die Bäume
und mein Herz beginnt zu singen
will vor Freude fast zerspringen
Ich eil hinaus in die Natur
Genieße wieder Wald und Flur
Winters Zeit scheint bald vergangen
Frühling wird von neuem prangen
Haiku Blaue Lupinen
Angelika Haymann
Blaue Lupinen
Leuchtende Blütenperlen
Sommerwindgeküsst
Herbstspaziergang
Angelika Haymann
Gelbrote Blätter trägt der Wind
Dorthin wohin meine Träume sind
Träume die aus Licht geboren
Rasch zu rasch gehn sie verloren
Vergänglichkeit liegt in der Luft
Verflogen ist der Blüten Duft
Vergilbt der Bäumes buntes Laub
Verweht der Rosen Blütenstaub
Verstummt der Vögel Sommerlied
Die`s fort nun in den Süden zieht
Doch liegt in allem auch ein Sinn
Versprechen auf den Neubeginn.
Herbstmorgen (Haiku)
Angelika Haymann
glitzernder raureif
froststarr entlaubte zweige
blauer herbstmorgen
Herbst
Angelika Haymann
Dämmerung die Nacht durchbricht,
gegen Schatten kämpft das Licht,
bis der erste Sonnenstrahl
bricht hervor wie ein Fanal
In der frühen Morgenstunde,
aus der Erde tiefem Schlunde,
Nebel wabernd weiß entquillt,
malt ein geisterhaftes Bild
Tautropfen gleich Juwelen blitzen,
in des Nachts gewebten Spitzen.
Raureif ziert mit kaltem Glanz
Baum und Strauch, erstarrt im Tanz
Raschelnd, wirbelnd, windgetrieben,
bis nichts von Sommers Pracht geblieben,
fällt buntes Laub, das Schicht um Schicht,
verhüllt der Erde Angesicht
Über Feldern, schwarz und leer,
irrt der Krähen Schar umher,
kündet heiser krächzend an,
dass die dunkle Zeit begann.
Winternacht
Angelika Haymann
Kristalle aus Schnee, eisige Pracht
Schweben zur Erde in dunkler Nacht
Kühles Gespinst aus weißer Seide
Legt sich sacht über Wald und Heide
Unter dem funkelnden Sternenzelt
Ruht nun die frostige Winterwelt
Waldtiere träumen im warmen Nest
Dem Lenz entgegen, sie schlummern fest
Nachtschwarzer Tann, die Zweige verschneit
Kein Auge schaut ihre Herrlichkeit
Ein silberner Mond im Wolkenmeer
So friedlich die Welt und menschenleer
Adventsstimmung
Angelika Haymann
Draußen wallt es trüb und kalt
Und das Jahr wird langsam alt
Kurz nur währt der Sonne Schein
Dunkelheit bricht früh herein
Doch im Fenster brennt ein Licht
Licht das Hoffnung uns verspricht
Auf die schöne Weihnachtszeit
Denn nun ist es bald soweit
Tannengrün und Kuchenduft
Traulichkeit liegt in der Luft
Hier im warmen Kerzenschein
Fällt mir meine Kindheit ein
Leis sing ich die alten Lieder
Wehmut sinkt dabei hiernieder
Die Erinnrung bleibt bestehn
Wenn die Jahre auch vergehn.
