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Erdenschwere

© Angelika Haymann

Frei

die Wolken

ziehen dort oben

ich bin hier unten

gefangen.

 

In der Stille der Nacht

© Angelika Haymann

 

In der Stille der Nacht liege ich wach

lausche den Geräuschen nach

dem Wispern des Windes in den Bäumen

dem Seufzen der Blätter in ihren Träumen.

 

In der Stille der Nacht liege ich wach

spüre den Gedanken nach

ich fühle wie sie sanft entgleiten

auf Traumrossen dem Schlaf entgegen reiten.

 

In der Stille der Nacht liege ich wach

schaue meiner Seele nach

wie sie sich auf blauen Schwingen

emporhebt von den Erdendingen.

 

Frau im Spiegel

© Angelika Haymann

 

Ich schau in den Spiegel und wundre mich

die Frau die mich anschaut bin nicht ich

glänzende Augen und lachender Mund

selig strahlend mit dem Glück im Bund

 

Der Spiegel zeigt heut ein andres Gesicht

dass soll ich sein? Ich kenne sie nicht

Sonst seh ich Sorgen die Augen sind müd

die Frau im Spiegel trällert ein Lied

 

Hat ein Geheimnis verbirgt es geschickt

vor aller Welt - doch ich hab´s erblickt

Ich nenn sie beim Namen flüstere leis

dein Geheimnis ist sicher sie nickt: ich weiß.

 

Hältst du mich?

© Angelika Haymann

 

Wer hält mich, wenn der Lebenspfad

mich fort vom Glück getrieben hat,

dem Schicksal ich Tribut gezollt,

es anders kommt, als ich gewollt.

Hältst du mich?

 

Wer hält mich, wenn nur Dunkelheit

rings um mich herrscht und Einsamkeit

wenn ich beim Blick aus meinem Fenster

erspäh die grauen Nachtgespenster.

Hältst du mich?

 

Wer hält mich, wenn Gefahr mir droht

wenn in der allerhöchsten Not

mich selbst die liebsten Menschen hassen

durch das Netz mich fallen lassen.

Hältst du mich?

 

Wer hält mich, wenn im Albtraumland

ich hilflos stecke aus die Hand

weil böse Träume mich erschrecken

und ich nicht weiß was sie verstecken.

Hältst du mich?

 

Am Ende des Tunnels

Angelika Haymann

Am Ende des Tunnels scheint ein Licht

In trüben Zeiten sieht man es nicht

Endlos und feindlich sind die Straßen

Die Düsternis ist kaum zu fassen

 

Wohin wird dieser Weg wohl führen

Wann wird man wieder Wärme spüren

Wann ist das düstre Tal durchschritten

Wann hat der Mensch genug gelitten.

 

Finstere Tage voll Schmerz und Leid

Fürcht nicht den Morgen, denn es ist Zeit

Nach vorn zu blicken, Mut aufzubaun

Stark dem Schicksal entgegen zu schaun.

 

Abschied

Im steten Strom der Ewigkeit

hat auch die Trennung ihre Zeit

die Zeit Vertrautes loszulassen

sich neuen Dingen anzupassen

 

Alten Freunden ein Adieu

ein jeder Abschied tut sehr weh.

neue Bande gilt´s zu knüpfen

in eine andre Haut zu schlüpfen

 

Abschied von der Kinderzeit

von der Jugend Heiterkeit

und der Liebe erster Schmerz

zerbricht beinah das junge Herz

 

Doch in jedem Neubeginn

liegt auch ein verborgner Sinn.

irgendwann wird man verstehn

warum des Schicksals Winde wehn.

 

 



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